Kein konkreter Zeitplan für den Verkauf
Gerling-Konzern droht Aufspaltung

Der zum Verkauf stehende Kölner Versicherungskonzern Gerling wird möglicherweise aufgespalten. "Es kann natürlich sein, dass der ein oder andere Bereich besser bei einem anderen Partner aufgehoben wird als der Hauptteil", sagte der Finanzvorstand der Deutschen Bank, Clemens Börsig, in Köln.

Reuters KÖLN. Börsig ist Mitglied eines vierköpfigen Ausschusses, den die Gerling-Eigner für den Verkauf der Gruppe eingerichtet haben. Im Interesse aller Beteiligten solle die Integrität von Gerling jedoch erhalten bleiben, sagte er weiter.

Welchen Anteil Hauptanteilseigner Rolf Gerling nach einem Verkauf an dem Konzern halten werde, sei noch offen. "Wir sind am Anfang, das hängt von der Lösung ab", sagte Börsig auf eine entsprechende Frage. Bisher gibt es Börsigs zufolge keinen Zeitplan für den Verkauf. Zurzeit würden die Fakten zusammengetragen und dann werde eine Strategie für den Verkauf zurechtgelegt.

"Wir suchen eine Lösung, die sowohl im Interesse des Unternehmens Gerling und seiner Beschäftigten, als auch der Aktionäre liegt", sagte Börsig. Dabei arbeiten die beiden Aktionäre Börsig zufolge sehr eng und partnerschaftlich zusammen. Rolf Gerling hält 65,5 Prozent der Gerling-Anteile, die Deutsche Bank ist mit 34,5 Prozent beteiligt.

Die Deutsche Bank will sich von ihrem Anteil vollständig trennen, Rolf Gerling will früheren Angaben zufolge eine nennenswerte Beteiligung behalten. "Ausgangspunkt ist, dass die Versicherungsindustrie konsolidiert und in dem Zusammenhang eben ein Partner für Gerling gefunden werden muss - die Deutsche Bank ist dieser Partner nicht", betonte Börsig.

Der Gerling-Konzern war in Schwierigkeiten geraten, weil der Rückversicherer Gerling Globale Rück für 2001 einen Verlust von rund 500 Millionen Euro auswies. Nach zwei Kapitalerhöhungen von insgesamt 708 Millionen Euro erklärte sich Rolf Gerling Mitte März erstmals bereit, einem Partner die Mehrheit zu überlassen.

Die zweite Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro hatte die Deutsche Bank allein getragen. Dadurch hatte sich ihr Anteil an Gerling um 4,5 Prozent erhöht. "Das war ein großer, konstruktiver Beitrag der Deutschen Bank", sagte Börsig und bediente sich zugleich eines Bildes aus dem Kartenspiel: "Man muss manchmal einen Stich nehmen, um einen größeren Stich wegzubekommen."

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