Kein nennenswerter Widerstand
Castoren im Zwischenlager Gorleben eingetroffen

Nach fast dreitägiger Fahrt hat der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague am Mittwoch sein Ziel Gorleben ohne Zwischenfälle erreicht. Ein massives Polizeiaufgebot sicherte die Fahrt der sechs Tieflader auf dem 20 Kilometer langen letzten Streckenabschnitt von der Verladestation in Dannenberg nach Gorleben.

Reuters GORLEBEN. Dabei wurde der Konvoi lediglich einmal kurzzeitig von einer Handvoll Demonstranten aufgehalten. Seit Beginn der Proteste am Sonntag setzte die Polizei 777 Demonstranten vorübergehend fest.

Der zweite Atommülltransport aus Frankreich in diesem Jahr war am Dienstag nach einer nahezu reibungslosen Fahrt durch Deutschland in Dannenberg eingetroffen. Insgesamt waren 15 000 Beamte im Einsatz, um die Strecke zu sichern - der größte Teil davon im Wendland. Ihnen standen sehr viel weniger Atomkraftgegner gegenüber als bei vergangenen Transporten. Für die letzte Etappe zwischen Dannenberg und Gorleben benötigten die Spezialtransporter am Mittwoch nur etwas mehr als eine Stunde. Dann schlossen sich mit gelb flackernden Leuchten die Tore des Zwischenlagers hinter den Atommüllbehältern.

Vor der Abfahrt der Tieflader hatten mehrere Hundertschaften der Polizei am frühen Morgen eine Sitzblockade auf der Transportstrecke geräumt und bei Laase etwa 200 Demonstranten von der Straße nach Gorleben getragen. Entlang der Strecke wurden Wasserwerfer und Räumfahrzeuge zusammengezogen. Die sechs Castor-Behälter mit radioaktiven Resten aus der Wiederaufarbeitung von Atommüll aus deutschen Kraftwerken waren eigentlich schon am späten Dienstagabend zur Weiterfahrt fertig, doch wartete die Polizei mit der Abfahrt bis in die frühen Morgenstunden. Während dieser Zeit harrten die Atomkraftgegner bei Minustemperaturen auf der Strecke aus. Nur einmal wurde der Transport danach auf der 20 Kilometer langen Strecke aufgehalten, weil eine Handvoll Demonstranten die Straße blockierte.

Die Bürgerinitiativen werteten die Proteste als Erfolg, räumten zugleich aber Mobilisierungsprobleme ein. "Dem Widerstand ist die Puste nicht ausgegangen", sagte Mathias Edler von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Jochen Stay von der Initiative "X-tausendmal quer" betonte, es seien nicht alle Mittel gewählt worden, um den Konvoi zu stoppen. Die Aktionen hätten dazu gedient, die Atomtransporte wieder in die politische Diskussion zu bringen. An den Protesten hätten sich allerdings deutlich weniger Menschen als in den vergangenen Jahren beteiligt. Die Bürgerinitiative sprach von etwa 3000 Teilnehmern. Vor allem auswärtige Demonstranten seien diesmal ausgeblieben. Bei dem Transport im vergangenen März hatten fast doppelt soviele Menschen gegen die Atompolitik der rot-grünen Bundesregierung demonstriert.

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