Kein neues Engagement im Regionalflugzeugbau
EADS übernimmt Dornier-Mitarbeiter

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will über 400 Mitarbeiter des insolventen Regionalflugzeugbauers Fairchild Dornier übernehmen. Ein Einstieg bei dem in Oberpfaffenhofen ansässigen letzten deutschen Flugzeugbauer sei indes nicht vorgesehen.

rtr MüNCHEN. In enger Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter Eberhard Braun soll mehr als 400 der derzeit rund 3600 Beschäftigten ein Angebot unterbreitet werden, teilte EADS am Freitag in München mit. "Bereits in den nächsten zwei Wochen werden wir kurzfristig Bewerbertage in Oberpfaffenhofen abhalten", erklärte EADS-CO-Chef Rainer Hertrich. Die neuen Mitarbeiter sollen in den Bereichen Militärflugzeuge, Verteidigungselektronik, Eurocopter und Airbus eingesetzt werden. Einen Einstieg bei Fairchild Dornier schloss Hertrich indes weiter aus. "Es bleibt aber dabei, dass wir kein neues Engagement im Regionalflugzeugbau eingehen werden."

Nach monatelanger Investorensuche war am Montag das Insolvenzverfahren über das Vermögen von Fairchild Dornier eröffnet worden. Da bislang kein Investor für den Gesamtkonzern gefunden werden konnte, werde der Regionalflugzeugbauer wohl in einzelne Bereiche aufgeteilt, hatte Braun zu Wochenbeginn gesagt. Von den insgesamt 3630 Mitarbeitern könnten zunächst noch 1794 in der Flugzeugfertigung, Zulieferung und Wartung weiter beschäftigt werden. Die restlichen 1836 Mitarbeiter erhielten drei Monate lang Qualifizierungsmaßnahmen, um sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Für diesen Zeitraum erhielten die Mitarbeiter 80 % ihres Gehalts.

Der unter der Krise der Luftfahrtindustrie leidende Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier hatte Anfang April Antrag auf Insolvenz gestellt. Ein Massekredit sicherte der Gesellschaft die Fortführung des operativen Geschäfts bis Ende Juni. Bis dahin wollte Braun einen Investor gefunden haben. Nach der Absage des kanadischen Konzerns Bombardier Mitte Juni prüft derzeit der italienische Flugzeugbauer Alenia einen Einstieg bei dem 728/928 Jet-Programm. Sollte es zu einem positiven Abschluss mit Alenia kommen, dann könnten 800 bis 1000 Mitarbeiter wieder aus den Sozialplanmaßnahmen zurückgeholt werden und in dem 728/928 Programm weiter beschäftigt werden. Die amerikanische Investorengruppe Dimeling, Schreiber & Park signalisierte unterdessen Interesse für das kleinere Dornier-Modell 328-Jet.

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