„Kein neues Stalingrad“: Briten verstärken Angriffe auf Basra

„Kein neues Stalingrad“
Briten verstärken Angriffe auf Basra

Britische Streitkräfte haben am Wochenende ihre Angriffe auf die regierungstreuen Truppen in der zweitgrößten irakischen Stadt Basra verstärkt. Der britische Kommandeur, Brigadegeneral Graham Binns, stellte jedoch klar, dass er vorerst keine Einnahme der belagerten Millionenstadt plane: "Ich werde mich nicht nach Basra hineinziehen lassen und für ein neues Stalingrad oder Grosny sorgen", sagte er dem "Sunday Telegraph".

HB/dpa LONDON. Eine BBC-Korrespondentin berichtete, dass aus Basra fliehende Familien am Sonntag erneut beschossen worden seien. Entweder seien sie gezielt von irakischen Soldaten ins Visier genommen worden oder ins Kreuzfeuer von Irakern und Briten geraten.

Am Samstag stießen britische Panzer nach Militärangaben erstmals bis ins Stadtzentrum vor. Sie vernichteten demzufolge zwei Statuen von Präsident Saddam Hussein - eine davon sechs Meter hoch -, zerstörten mehrere Panzer und zogen sich dann zurück. "Der Zweck ist psychologisch", sagte der britische Militärsprecher Chris Vernon. Am Sonntagmorgen töteten die Briten in dem Dorf Abu el Kassib südöstlich von Basra nach eigenen Angaben einen Oberst der Republikanischen Garde und nahmen fünf irakische Offiziere gefangen. Einer davon soll nach Medienberichten ein General sein. Diese Angriffe seien vor allem als "Signal" an die Bevölkerung zu verstehen, sagte der Militärsprecher Al Lockwood. "Wir sind da, wir werden nicht weglaufen", sei die Botschaft. Ziel sei es, die vornehmlich schiitischen Einwohner zum Aufstand gegen das Regime von Saddam Hussein zu bewegen.

Nach Lockwoods Darstellung schwächen die Angriffe die örtlichen Machthaber der Baath-Partei, die Soldaten und irregulären Kämpfer in der Stadt. "Was in den letzten Tagen deutlich geworden ist, ist, dass uns die örtliche Bevölkerung in Basra und in den anderen Städten nun zu vertrauen beginnt", sagte Lockwood. Doch britische Journalisten, die sich auf eigene Faust in die Stadt wagten, zeichneten ein anderes Bild. So schilderte eine Reporterin des "Sunday Telegraph" eine den Alliierten überwiegend feindlich gesonnene Stadt.

Brigadegeneral Binns sagte, eine Invasion Basras mit Straßenkämpfen würde zu hohen Verlusten unter der Zivilbevölkerung führen: "Es gibt absolut keinen Grund dafür, jetzt nach Basra hineinzustürmen", sagte er. Ein britischer Militärsprecher versicherte am Sonntag in Kuwait, dass sich die humanitäre Situation im Südirak durch den Krieg nicht wesentlich verschlechtert habe. Hilfsorganisationen befürchten dagegen eine humanitäre Katastrophe im großenteils eingeschlossenen Basra.

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