Kein Patentrezept für Finanzierung des Ruhestands
Studie: Globale Alterung ist gut für den Kapitalmarkt

Das US-amerikanische Investmenthaus Goldman Sachs erwartet von der demographischen Entwicklung in den kommenden zehn Jahren eine positive Auswirkung auf die Kapitalmärkte. Ab dem Jahre 2011 seien dann aber für die acht großen Industrienationen weniger erfreuliche Perspektiven zu erwarten, sagten die Experten bei der Vorstellung ihrer Studie "Globale Alterung - Folgen für den Kapitalmarkt" am Mittwoch in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Überalterung der Weltbevölkerung stellt nach Schätzung von Maureen Culhane, Strategic Managerin, bis 2010 noch keine volkswirtschaftlichen Probleme dar: Die heutigen geburtenstarken Jahrgänge werden den Prognosen zufolge bis dahin kräftig weiter in ihre private Altersvorsorge investieren, und zwar hier vornehmlich in Aktienwerte.

Kapitalstock soll auf 144 Billionen $ anwachsen

Der Kapitalstock werde sich im kommenden Jahrzehnt in den USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Japan (G-7-Länder plus Spanien) im Vergleich zu heute mehr als verdoppeln - von heute 65 Bio. USD auf 144 Bio. $. Im Zeitraum zwischen 2011 und 2020 wird laut Prognose dann wieder viel Kapital abfließen, wenn die ersten Jahrgänge der so genannten "Baby Boomer-Generation" in den Ruhestand gehen werden und dann Geld für das Leben nach dem Job benötigen.

Einige Länder werden der Zukunft jedoch getrost ins Auge blicken können: Anders als Deutschland sind nach Angaben der Experten zum Beispiel die USA sowie Kanada mit ihrer stetig wachsenden Bevölkerungszahl oder einem anderen Altersversorgungssystem besser gerüstet. Neben der Tatsache, dass in Deutschland die Hauptrente noch immer von einer öffentlichen Sozialversicherung ausbezahlt wird, entwickele sich die Bevölkerungszahl hierzulande negativ. In anderen Worten: Weil in Europa immer weniger Babys geboren werden, gibt es immer mehr ältere Menschen. Und das wiederum heißt, wenn heute rein rechnerisch noch ein Rentner von vier Beschäftigten finanziert wird, kann sich in Zukunft ein Pensionär nur noch auf zwei Erwerbstätige stützen. In Deutschland, so Culhane, lebten zwar die Arbeitnehmer mit der höchsten Produktivität sowie dem höchsten Einkommen, von dem jedoch auf Grund der höchsten Sozialabgaben auch am wenigsten übrig bleibe.

Überalterung hat Folgen für einzelne Wertpapiere

Nach der Prognose von Goldman Sachs wird sich die demografische Verschiebung auch auf die Perspektiven einzelner Wertpapiere auswirken. Zum Beispiel würden Unternehmen, die besonders von den europäischen Märkten mit deren hohen Sozialabgaben abhängen, erheblich unter Wettbewerbsdruck stehen. Auch würden die Gewinnspannen schrumpfen, weil die Gesamtzahl der kaufkräftigen Verbraucher sinke. Deshalb sei es auch kein Zufall, dass sich künftige Übernahmeversuche überwiegend auf US-Unternehmen richten würden.

Ein Patentrezept für die Finanzierung des Ruhestands konnte das Investmenthaus in seiner Studie jedoch nicht bereit halten.

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