Kein persönliches Gespräch: Kirche verbietet wegen SARS in Singapur Abnahme der Beichte

Kein persönliches Gespräch
Kirche verbietet wegen SARS in Singapur Abnahme der Beichte

Wegen der Ausbreitung der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS hat die katholische Kirche ihren Priestern in Singapur die persönliche Abnahme der Beichte verboten.

Reuters SINGAPUR. Stattdessen würden Sünden ohne ein persönliches Gespräch mit einem Geistlichen vergeben, sagte eine Sprecherin der katholischen Kirche am Mittwoch in dem asiatischen Stadtstaat. In einem Brief an die 152 000 Katholiken Singapurs schrieb Erzbischof Nicholas Chia, die Bibel lasse das allgemeine Vergeben von Sünden in Zeiten "schwerer Not" zu. Angesichts der SARS-Epidemie habe er aus dem Vatikan die Weisung erhalten, diese Praxis in Singapur anzuwenden.

An dem "Schweren Akuten Atemwegssyndrom" (SARS) sind weltweit bisher mindestens 103 Menschen gestorben, davon neun in Singapur. In dem Stadtstaat gibt es die vierthöchste Zahl bestätigter SARS-Erkrankungen weltweit.

In den katholischen Kirchen Singapurs ist es den Gläubigen wegen SARS bereits verboten, sich an den Händen zu halten oder sich per Handschlag zu begrüßen. Damit soll eine weitere Virus-Ausbreitung verhindert werden. Beim Abendmahl wird die Hostie zurzeit nur noch in die Hand ausgeteilt. Normalerweise können Gläubige diese auch auf der Zunge empfangen. In Singapur lebende Moslems sind nach einem Ratsbeschluss der islamischen Gemeinschaft vom traditionellen Freitagsgebet entschuldigt, wenn sie SARS-Symptome zeigen.

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