Kein Prognose für Gesamtjahr
Bei Clariant lässt Wende auf sich warten

Der Schweizer Spezialchemiekonzerns Clariant hat im ersten Quartal bei einem währungsbedingt um acht Prozent ermässigten Umsatz von 2,106 Mrd. Franken einen durch Sonderkosten zusätzlich geschmälerten Konzerngewinn von noch zwei Mill. Franken erzielt.

Reuters MUTTENZ. Bei den Sonderkosten handelte es sich nach Firmenangaben vom Mittwoch um Rückstellungen von 38 Mill. Franken für die verspätete Inbetriebnahme eines Werkes in den USA. Vor Jahresfrist hatte der Konzern, der bei den Vergleichszahlen für das Vorjahresquartal mit Ausnahme des Reingewinns ein Restatement vornahm, noch einen Quartalsgewinn von 88 Mill. Franken ausgewiesen.

Der Betriebsgewinn (Ebit) sank um 37 % auf 113 Mill. Franken. Die operative Leistung des zweiten Quartales sollte der des ersten Jahresviertels unter Ausklammerung der Sondereffekte entsprechen, hiess es weiter. Zum heutigen Zeitpunkt könnten aber keine verlässlichen Aussagen für das Geschäftsjahr 2003 gemacht werden.

Clariant hatte sich im Jahr 2000 mit der im Nachhinein viel zu teuren Milliarden-Übernahme des britischen Feinchemiefirma BTP eine grosse Schuldenlast aufgebürdet. Ausserdem entwickelte sich der Feinchemiemarkt nicht so wie Clariant das erwartet hatte. Im Jahr 2002 mussten für BTP noch einmal Abschreibungen vorgenommen werden und der Konzern schloss mit einem Verlust von 650 Mill. Franken ab. Für dieses Jahr strebt Clariant eine Rückkehr in die Gewinnzone und nach Angaben von Analysten einen Gewinn von mehr als 200 Mill. Franken an.

Im Gespräch mit Reuters erklärte Finanzchef Francois Note, die Performance für das Gesamtjahr werde wahrscheinlich unter der des ersten Halbjahres liegen. "Ich würde im Gesamtjahr keine ähnliche Performance wie im ersten Halbjahr erwarten," so Note.

Bernd Pomrehn, Chemie-Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, erklärte, Clariant habe im ersten Quartal noch keine Restrukturierungskosten verbucht. Das Management erwarte solche Kosten in der zweiten Jahreshälfte, habe aber noch keine Angaben über deren Höhe gemacht. Zudem, so Pomrehn weiter, seien Massnahmen zur Profitabilitätssteigerung im Moment noch nicht absehbar. Die ZKB nahm die Einstufung für Clariant auf "untergewichten" von "neutral" zurück.

Clariant hat den Angaben zufolge weiter vor, die Nettofinanzschulden bis zum Jahresende auf unter 2,5 Mrd. Franken zu senken. Im Berichtsquartal erhöhten sich die Nettoschulden saisonbedingt um knapp 200 Mill. Franken auf 3,67 Mrd. Franken. Der Schuldenabbau hängt zudem davon ab, ob die geplanten Veräusserungsprojekte erfolgreich abgeschlossen werden können.

Schwierigkeiten mit den Banken gebe es wegen der Verschuldung nicht, sagte der Finanzchef weiter. Clariant laufe nicht Gefahr, die Auflagen der Banken zu verletzten. Die Gespräche mit den Banken über die Restrukturierung der Schulden liefen wie geplant, sagte Note.

Von Reuters befragte Analysten hatten für das erste Quartal im Durchschnitt mit einem Rückgang des Gewinns auf 51 Mill. Franken gerechnet. Der Umsatz war mit 2,117 Mrd. Franken erwartet worden. An der Börse verloren die Clariant-Aktien bis gegen 10.30 Uhr 4,6 % auf 14,45 Franken. Der Gesamtmarkt tendierte behauptet und der DJ StoxxChemicals-Index notierte eine Spur leichter.

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