Kein rascher Wechsel an Spitze der Deutschen Bank
Breuer soll neuer Bankenpräsident werden

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, soll neuer Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) werden. Dies wurde am Montag am Bankenplatz Frankfurt bestätigt. "Die Weichen sind gestellt", hieß es zu einer Personalspekulation in der Frankfurter "Börsen-Zeitung". Die Deutsche Bank wollte dazu keine Stellungnahme abgeben.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der derzeitige BdB-Präsident Frank Heintzeler will ein Jahr vor dem offiziellen Ende der Amtszeit seine Spitzenposition im privaten Kreditgewerbe niederlegen. Eine Entscheidung über den Personaltausch soll am Freitag auf der BdB-Vorstandssitzung fallen. Die Nominierung Breuers als bekanntestem deutschen Spitzenbankier sei auf breite Zustimmung gestoßen.

Der vorzeitige Rücktritt von Heintzeler, der hauptberuflich Vorstandssprecher der Baden Bank AG-Württembergischen (BW-Bank) ist, steht im Zusammenhang mit der Neuordnung der Bankenlandschaft im Südwesten. Anfang 2002 wird die börsennotierte Privatbank mehrheitlich der öffentlich-rechtlichen Landesbank Baden-Württemberg gehören. Daran ist das Land Baden-Württemberg wiederum mit knapp 40 % beteiligt. In dieser Konstellation könne zumindest der Verdacht einer Interessenkollision für einen Präsidenten des privaten Bankgewerbes entstehen, hatte die "Börsen-Zeitung" als Grund für den Personalwechsel genannt.

Bankenpräsidentschaft mit Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitz durchaus vereinbar

Die Übernahme der Präsidentschaft durch Breuer ist allerdings nicht mit einem sofortigen Ausscheiden bei der Deutschen Bank verbunden, wurde in Frankfurt bekräftigt. Seit einiger Zeit wird in den Medien über einen Machtkampf an der Spitze der Deutschen Bank spekuliert, der in einem vorzeitigen Ausscheiden von Breuer aus der Spitze der Deutschen Bank enden könnte. Nach dem vereinbarten Fahrplan wird der designierte Vorstandssprecher Josef Ackermann auf der Hauptversammlung am 22. Mai 2002 Breuer ablösen, der Aufsichtsratsvorsitzender werden soll. Die Deutsche Bank gibt zu derartigen Spekulationen traditionell keinen Kommentar.

Am Bankenplatz Frankfurt wird ein vorzeitiger Wechsel an der Spitze des Branchenführers ausgeschlossen. "Fünf Monate vor einem lange vereinbarten Personalwechsel bringt man sich nicht mit spektakulären Personalquerelen in die Schlagzeilen", wird argumentiert. Der Schweizer Ackermann, der bereits im Herbst 2000 vom Aufsichtsrat zum Breuer-Nachfolger ausgerufen worden ist, bezeichnete selbst die Gerüchte über einen vorgezogenen Amtswechsel als "Quatsch".

Auch britische Spekulationen über eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und dem Londoner Finanzkonzern Lloyds TBS werden in Frankfurt ins "Reich der Fabel" verwiesen. Die Zeitung "Independent on Sunday" hatte berichtet, Lloyds TBS wolle mit der Deutschen Bank fusionieren.

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