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Kein Säbelrasseln in der Arktis - Der Streit um die Insel Hans, Teil 2

Der Weltgipfel bei den Vereinten Nationen in der vergangenen Woche endete, wie wir wissen, ohne bahnbrechende Ergebnisse, eher enttäuschend und mit viel kleiner Münze.

Der Weltgipfel bei den Vereinten Nationen in der vergangenen Woche endete, wie wir wissen, ohne bahnbrechende Ergebnisse, eher enttäuschend und mit viel kleiner Münze. Aber ein wichtiges Ergebnis zeitigte er denn doch, und das soll hier zu Protokoll gegeben werden: Am Rande der UN-Generalversammlung kamen die Außenminister von Kanada und Dänemark, Pierre Pettigrew und Per Stig Moller zusammen, um den Streit um die Hoheit über die unbewohnte kleine Arktisinsel Hans beizulegen. Mit einigem Erfolg, denn wir können berichten: Beide Länder lassen ihre Marine und Luftwaffe im Hafen beziehungsweise auf den Flugplätzen und wollen den Konflikt auf diplomatische Weise beenden. Das Säbelrasseln in der Arktis um Insel Hans soll enden.

Vor ein paar Wochen habe ich an dieser Stelle über den Streit berichtet. Nun folgt das "update". Eine richtige Einigung und Beilegung des Konflikts ist es eigentlich nicht. Denn beide Seite lassen ihren Hoheitsanspruch über die 1,3 Quadratkilometer große Insel nicht fallen. Aber jetzt sollen Beamte beider Ministerien über historischen Dokumenten und Landkarten brüten und nach einer Lösung des Konflikts suchen.

Die Insel Hans liegt im Kennedy-Kanal zwischen der kanadischen Ellesmere-Insel und dem zu Dänemark gehörenden Grönland, etwa 1000 Kilometer südlich des Nordpols. Zwar wurde 1973 in einem Vertrag die Grenze zwischen Dänemark und Kanada festgeschrieben, die Insel Hans war davon aber nicht erfasst. Seitdem kommt es immer wieder zum Streit zwischen den beiden Nato-Partnern. 2002 und 2003 setzte dänisches Militär seinen Fuß auf die Insel. Im Juli ärgerten die Kanadier die Dänen, als Verteidigungsminister Bill Graham auf der Insel landete und Kanadas Souveränität über die Insel bekräftigte.

Solch provokative Akte sollen künftig unterbleiben, beschlossen die Minister. Unabhängig von rechtlichen Meinungsverschiedenheiten wollen sich beide Länder gegenseitig über alle Aktivitäten, die die Insel betreffen, informieren. Wenn ein Land das Bedürfnis verspüre, "Kontakt" zu der abgelegenen Insel aufzunehmen, dann solle dies "zurückhaltend und unaufdringlich" geschehen, heisst es einer Erklärung der Minister. Der Konflikt könne "innerhalb der exzellenten bilateralen Beziehungen, die Kanada und Dänemark seit über 60 Jahren pflegen, gelöst werden", erklärte Ottawa.

Dabei gab es in den vergangenen Wochen noch andere Vorschläge zur Entkrampfung des Verhältnisses. Kanadische und dänisch-grönländische Musiker könnten auf Hans vor den Politikern ein Konzert geben, schlug jemand aus Grönland vor. Eine sportliche Lösung wurde als weitere Alternative genannt: Seit Jahren legt das kanadische Sschiff Explorer mit einigen Touristen und Abenteurern an Bord regelmäßig in Itilleq an, einem Fischerdorf an Grönlands Westküste. Und jedesmal tragen die Kanadier gegen die grönländischen Jäger und Fischer ein Fußballspiel aus. Könnte nicht auf dem Fußballfeld der Hoheitsstreit um die Insel Hans entschieden werden?

Die Idee wurde von kanadischer Seite schnell verworfen. Kanadischer Fußball ist so miserabel, dass er nicht einmal in der Arktis zum Erfolg führt. 8:2 mussten sich die Kanadier dieser Tage in Itilleq geschlagen werden.

Ob sich die Grönländer auf ein Eishockeyspiel gegen die Kanadier einlassen würden, konnte bisher nicht geklärt werden.

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