Kein "Schaulaufen" in Liverpool
Bayer will Erfolgsstory fortsetzen

Die Meisterschaft vor Augen, die Champions League im Sinn: Mit dem Selbstbewusstsein eines souveränen Bundesliga-Tabellenführers geht Bayer Leverkusen auch die größte internationale Herausforderung gelassen und zuversichtlich an.

dpa LIVERPOOL. "Das wird kein Schaulaufen. Wir nehmen die Aufgabe sehr ernst und haben auch an der Anfield Road unsere Möglichkeiten", sagte Trainer Klaus Toppmöller vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der europäischen "Königsklasse" am Mittwoch beim FC Liverpool (20.45 Uhr, live RTL).

Nach dem 4:2-Sieg in Kaiserslautern hofft der Bundesliga-Primus beim Tabellen-Zweiten der Premier League mit einem guten Ergebnis die Basis für den Einzug in die Vorschlussrunde zu legen. "Wenn man so weit gekommen ist, will man auch mehr", betonte Torhüter Hans-Jörg Butt.

Nach dem UEFA-Cup-Gewinn von 1988 und dem Erreichen des Viertelfinals in der 1998 noch reduzierten Champions League können die Rheinländer bei einem Weiterkommen gegen den 18-maligen englischen Meister ihre internationale Erfolgsstory fortsetzen. "Wir sind ohne Wenn und Aber eine feste Größe im internationalen Bereich. Aber wir zählen nicht zu den Top Acht in Europa", sagte Manager Reiner Calmund, für den Liverpool Favorit bleibt. "Das wird ein Riesenerlebnis für alle. Aber wir sind klarer Außenseiter", meinte der Bayer-Manager vor dem zweiten Leverkusener Europapokal-Auftritt auf der Insel. Der erste ging noch vor fünf Wochen mit 1:4 gegen Arsenal London klar an die Engländer.

Die seit acht Spielen unbesiegte Bayer-Elf hat mit der Generalprobe auf dem "Betzenberg" einen Vorgeschmack auf die Verhältnisse an der Anfield Road bekommen. "Das ist alles sehr ähnlich, das Publikum, die Lautstärke, und auch die Mannschaft spielt ähnlich wie Kaiserslautern", meinte Toppmöller, der die "Reds" in der vergangenen Woche beim 1:0-Sieg gegen Chelsea London beobachtete. "Sie sind bei Freistößen, Eckbällen und Kontern mit ihren schnellen Stürmern Michael Owen und Emile Heskey brandgefährlich. Aber Bange machen gilt nicht. Ich sehe uns spielerisch sogar um Nuancen besser", befand der Leverkusener Coach.

Nach der beeindruckenden Vorstellung in der Pfalz muss Toppmöller sein Team allerdings erneut umstellen. Mit Ze Roberto und Yildiray Bastürk stehen zwei zuletzt gesperrte Spieler wieder zur Verfügung, dafür muss Abwehrchef Jens Nowotny nach seiner dritten Gelben Karte pausieren. Der Kapitän war aber mit an Bord des Sonderflugs nach Liverpool am Dienstagmorgen. Für Nowotny rückt wohl Boris Zivkovic in die Abwehrkette, im Angriff dürften Oliver Neuville und Thomas Brdaric gesetzt sein. "Wenn wir diese beiden Spiele überstehen wollen, müssen wir mehr als 100 Prozent geben und kämpfen bis zum Umfallen", forderte Toppmöller.

Gastgeber Liverpool, in der Vorrunde an der Anfield Road 2:0- Sieger gegen Borussia Dortmund, strotzt nach dem Einzug in das Viertelfinale und der guten Platzierung in der Meisterschaft nur so vor Selbstbewusstsein. "Wenn die Mannschaft einmal in Gang ist, kann sie nichts mehr stoppen. Wir fühlen uns manchmal unbesiegbar", meinte Co-Trainer Phil Thompson, der den von einer Herzoperation genesenen Chefcoach Gerard Houllier monatelang vertrat. Thompson: "Wir wollen den FC Liverpool wieder zu einem großen Namen in Europa machen".

Ohne den erkrankten Markus Babbel und den verletzten Steven Gerrard sowie dem in der Champions League nicht spielberechtigten Franzosen Nicolas Anelka, aber mit DFB-Nationalspieler Dietmar Hamann und dem leicht angeschlagenen Stürmer-Star Heskey gilt Liverpool im heimischen Stadion als Favorit. In bislang 29 Europapokal-Spielen gegen deutsche Mannschaften gab es erst sechs Niederlagen, die letzte vor 24 Jahren in Düsseldorf gegen Borussia Mönchengladbach (1:2).

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