Kein Schutz vor kurzfristigen Kurseinbußen
Airbag-Zertifikate: Verluste abfedern

Sicherheitsbewusste Anleger sehen sich oftmals mit derselben Frage konfrontiert wie Autobesitzer - braucht man wirklich eine Vollkasko-Versicherung?

Einerseits ist der vollständige Schutz des eingesetzten Kapitals, wie ihn ein klassisches Garantie-Zertifikat bietet, gerade nach den Erfahrungen der letzten Jahre eine sehr beruhigende Sache. Anderseits hat diese Sicherheit natürlich auch ihren Preis - die Quote, mit der solche "Vollkasko"-Papiere an Kurszuwächsen partizipieren, kann gerade in Zeiten niedriger Zinsen und hoher Volatilitäten vergleichsweise gering ausfallen.

"Teilkasko" ist billiger

Eine intelligente Alternative sind deshalb Airbag-Zertifikate. Hier sind eventuelle Verluste nur bis zu einer vordefinierten Schutzgrenze abgesichert. Gleichzeitig sind Sie bei allen Kursanstiegen wie beim Direktinvestment vollständig mit von der Partie oder Sie erreichen zumindest eine nahe bei 100 Prozent liegende Partizipationsquote.

Drei denkbare Szenarien

Wie diese "Teilkasko"-Versicherung funktioniert, zeigt folgendes Beispiel: Ein Index steht bei 100 Punkten, als ein vierjähriges Airbag-Zertifikat mit einer Schutzgrenze von 25 Prozent und einer Partizipation von 100 Prozent aufgelegt wird (Emissionspreis 100 Euro). Zum Fälligkeitstermin sind drei Szenarien denkbar:

  • Der Index notiert über dem Anfangsniveau: In diesem Fall - dem bestmöglichen - erhalten Sie den vollen Index-Gewinn ausgezahlt. Ein Zuwachs von anfänglich 100 auf beispielsweise 150 Punkte nach vier Jahren bringt also genau 50 Prozent Rendite.
  • Der Index notiert unter dem Anfangsniveau, aber über der Schutzgrenze: Mit einer gewöhnlichen Anlage hätten Sie jetzt Geld verloren; beim Airbag-Zertifikat greift der Airbag. Sofern der Index per saldo nicht mehr als 25 Prozent (100 - 75) eingebüßt hat, wird der volle Emissionspreis von 100 Euro zurückgezahlt.
  • Der Index notiert unter der Schutzgrenze: Ist der Index um mehr als 25 Prozent eingebrochen, kommt es auch beim Airbag-Zertifikat zu Wertverlusten. Doch dank des Airbag-Effekts fallen diese grundsätzlich geringer aus als bei einer Direktanlage. Bei einem Index-Stand von 60 Punkten zum Beispiel würde der Verlust des Airbag-Zertifikates nur 20 Prozent betragen. Ein Index-Zertifikat würde dagegen 40 Prozent im Minus liegen. Chance und Absicherung müssen also kein Widerspruch sein. Wie hoch Schutzgrenze und Partizipationsfaktor ausfallen, hängt freilich sowohl vom Bezugswert als auch von der Laufzeit des Airbag-Zertifikates ab.

Airbag öffnet sich erst bei Fälligkeit

Außerdem sollten Sie bei Ihren Dispositionen beachten, dass der beschriebene Airbag-Mechanismus nur zum Fälligkeitstermin wirkt. Während der Laufzeit kann der Kurs des Zertifikates dagegen auch dann unter den Emissionspreis rutschen, wenn die Index-Verluste sich noch im Rahmen der Schutzzone bewegen. Neben dem aktuellen Index-Stand beeinflussen darüber hinaus Volatilität, Dividenden, Zinsniveau und Restlaufzeit die im Handel gestellten Preise. Airbag-Zertifikate schützen also nicht vor kurzfristigen Kurseinbußen, sondern sind ein sinnvolles Instrument für konservative Langfrist-Anleger, die auf Sicht von vier bis fünf Jahren zwar prinzipiell von steigenden Kursen ausgehen, aber auch moderate Abwärtsbewegungen für möglich halten, die entsprechend abgesichert werden sollen.

Dieser Textbeitrag wurde von der Redaktion des ZertifikateJournals in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank erstellt.

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