"Kein Signal - aber neue Motivation"
Baumann vor Marathon-Debüt

Der Startschuss zu seinem ersten Marathonlauf ist für Dieter Baumann kein Signal für ein neues Läufer-Leben. "Sonntag, 9.00 Uhr - das sehe ich nicht so dramatisch. Laufen ist doch mein Beruf seit 20 Jahren." Marathon ist für mich eine neue Disziplin, ein neuer Weg, ein Stück neue Motivation, um weiter zu machen", sagte der 37 Jahre alte Tübinger in einem dpa-Gespräch.

dpa HAMBURG. Am kommenden Sonntag gibt der Schwabe in Hamburg sein Debüt über die klassischen 42,195 Kilometer, doch der Abstecher wird seinen Tatendrang auf den Stadion- Langstrecken nicht bremsen: "Man mutiert nicht in wenigen Monaten vom Bahn - zum Marathonläufer."

Auf der Bahn hat sich der 5000-m-Olympiasieger von 1992 immerhin den Schwung für das Straßen-Abenteuer an der Alster geholt. "Die 27:38 von Camaiore sind wirklich eine sehr gute Zeit, aber auch über 3 000 Meter in der Halle und beim Cross hatte ich schon sehr ordentliche Ergebnisse", meinte Baumann, der deutsche Rekordmann über 3 000, 5 000 und 10 000 Meter. Vor knapp zwei Wochen hatte der Ex- Europameister beim European Challenge in Italien als Sieger über 10 000 m frühzeitig sein Ticket für die Leichtathletik- Europameisterschaften Anfang August in München gelöst.

Doch an die EM oder gar an einen möglichen Doppelstart (5 000 und 10 000 m) denkt Baumann noch nicht. München ist noch weit weg - Hamburg heißt sein nächstes Ziel. "Ich bin bestens vorbereitet und gut in Form, aber ich möchte auch drei Mal unterstreichen, dass ich keine Prognose abgeben kann, welche Zeit ich laufen könnte", meinte der Tübinger. Froh wäre er über "eine 2:12 oder eine 2:11. Das wäre ein absolut zufrieden stellendes Ergebnis".

"Ich bin nicht ängstlich, habe aber sehr großen Respekt vor der Strecke", gab Baumann zu, der selbst bei einem Top-Resultat keinen Gedanken an einen EM-Start auf der Marathonstrecke verschwendet: "Völlig ausgeschlossen. Auch einen Start bei der Weltmeisterschaft 2003 schließe ich definitiv aus." Lauf-Profi Baumann will es bei einem Marathon im Jahr bewenden lassen. "Die großen Stadtmarathons finde ich attraktiver." Für eine internationale Meisterschaft müsste er sich mit einem zusätzlichen Kraftakt qualifizieren.

Auf durchschnittlich 150 Kilometer hat Baumann sein Wochenpensum erhöht - das sind etwa 25 km mehr, als er sonst trainiert. Für die Veranstalter des 17. Hamburg-Marathons ist der streitbare Schwabe das Zugpferd, die "Renner" kommen aus Kenia: Joseph Ngolebus (Bestzeit: 2:08:46 Stunden) und Willy Cheruyot (2:08:48) sind für die 20 000 gemeldeten Läufer das Maß aller Schritte. Die deutsche Bestleistung des Dresdners Jörg Peter (2:08:47) ist schon über 14 Jahre alt; die Weltbestzeit des für die USA startenden Marokkaners Khalid Khannouchi (2:05:38) - gelaufen beim London-Marathon am 14. April - dagegen erst wenige Tage.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%