Kein Sparkurs
Manchester zahlt Rekordsumme

Der englische Fußball-Nationalspieler Rio Ferdinand wechselt für die Rekordsumme von 30 Millionen Pfund (etwa 46,7 Millionen Euro) von Leeds United zu Manchester United.

HB MANCHESTER. Manchester United schwimmt gegen den Strom. Während die meisten Konkurrenten in der englischen Premier League und in Europa einen strengen Sparkurs fahren, bricht der reichste Club der Welt zu neuen Ufern auf. Mit der Verpflichtung des englischen Nationalspielers Rio Ferdinand stellt "ManU" einen britischen Transferrekord auf. Etwa 46,7 Millionen Euro (30 Millionen Pfund) blättert der Verein für den gebürtigen Londoner hin. Der 23-Jährige ist damit der teuerste Verteidiger der Welt. "Ferdinand auf dem Weg zu Gold Trafford", schrieb am Montag der "Daily Express", in Anspielung auf Manchester Uniteds Stadion. Der Triplegewinner von 1999 hat an sich gegen den auch in England herrschenden Spartrend gestellt. Vor einem Jahr hatten die Clubs der Premier League zu diesem Zeitpunkt über 280 Millionen Pfund (437,5 Millionen) für neue Spieler ausgeben, nun sind es - mit dem Ferdinand-Wechsel - nur noch rund 110 Millionen Pfund (170 Millionen Euro).

Doch auch bei "ManU" hat das ungehemmte Sammeln von Stars langsam ein Ende. Mit Ferdinands Zuzug sind am Montag in den englischen Medien die Spekulationen gestiegen, dass sich Trainer Alex Ferguson von Juan Sebastian Veron trennen will. Der Argentinier, vor einem Jahr für 28,5 Millionen Pfund (43,7 Millionen Euro) von Lazio Rom geholt, hatte in Manchester nie richtig überzeugen können und auch keinen Hehl daraus gemacht, dass er gerne wieder zu den Römern zurückkehren wolle. Für Leeds United war der Ferdinand-Transfer angesichts der leeren Kassen lebenswichtig. Als am Sonntagabend Präsident Peter Ridsdale in seinem Ferienhaus in der Nähe von Monaco verkündete, den Abwehrspieler ziehen zu lassen, endete ein wochenlanges Tauziehen. Begonnen hatte das Gerangel um Ferdinand bereits nach Englands Ausscheiden bei der WM und der Entlassung von Leeds-Trainer David O'Leary begonnen.

Ein Transfergewinn von 15 Millionen Pfund sollte O'Leary in diesem Sommer erzielen. Weil das dem Iren, der Ferdinand vor 18 Monaten für 18 Millionen Pfund (über 28 Millionen Euro) von West Ham United geholt hatte, nicht passte, kam noch während der WM die berühmte "Trennung im gegenseitigen Einverständnis". Damit gingen die Spekulationen über einen Wechsel Ferdinands erst recht hoch. Sie ließen auch nicht nach, als der ehemalige englische Nationaltrainer Terry Venables Nachfolger O'Learys wurde. Manchester United konnte in Ruhe abwarten. Trainer Ferguson wusste, dass Leeds United Spieler abstoßen muss, um Schulden abzubauen. Der Schotte ahnte auch, dass der geplante Wechsel von Leeds-Mittelfeldspieler Lee Bowyer zum FC Liverpool für acht Millionen Pfund (12,5 Millionen Euro) platzen würde. Der englische Rekordmeister aus Liverpool hatte die Nase voll von Bowyers Zögern und seinen überzogenen Lohnforderungen. Damit war Leeds-Chef Ridsdale, der ursprünglich 35 Millionen Pfund für Ferdinand gefordert hatte, zum Handeln gezwungen. "Ich bin zufrieden, dass ich gute Arbeit für Leeds United geleistet habe. Wenn man 18 Millionen Pfund investiert und 30 Millionen Pfund hereinholt, hat man gut gearbeitet", sagte Ridsdale.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%