Kein Spielraum für weitere Gewinne?
Wall Street dreht ins Minus

Die US-Märkte haben am Freitag freundlich eröffnet, drehen aber bereits früh in die Verlustzone.

Die beiden großen US-Indizes haben im Laufe der Woche psychologisch wichtige Marken überschritten. Der Dow Jones notiert über 9 800 Punkten, die Nasdaq über 1 900 Punkten. Zahlreiche Anleger sehen wenig Spielraum für weitere Gewinne. Das Standardbarometer notiert eine halbe Stunde nach Marktöffnung mit einem kleinen Minus von vier Punkten auf 9 868 Punkten, der technologie-lastige Nasdaq Index gibt am Morgen 2,5 Punkte ab. Das Handelsvolumen auf dem New Yorker Parkett ist am Morgen sehr hoch, da zahlreiche Optionen auslaufen.

Analysten machen sich Gedanken über die Tendenz der Verbraucherpreise. Der Index ist im Oktober um 0,3 Prozent gefallen, der Rückgang wird hauptsächlich durch den Preisverfall im Öl- und Energiesektor ausgelöst. Diese nicht mitgerechnet sind die Verbraucherpreise - wie schon im September - um lediglich 0,2 Prozent gestiegen. Die Mehrheit der Marktbeobachter hält dies für eine gesunde Entwicklung.

Die Energiepreise sind im vergangenen Monat um 6,3 Prozent gefallen. Das ist der stärkste Einbruch seit 15 Jahren. Die Benzinpreise sind sogar um 6,8 Prozent gefallen und notieren damit als schwächster Sektor im gesamtökonomischen Warenkorb. Da eine Unterstützung und Stabilisierung der Ölpreise seitens der Opec zur Zeit nicht in Sicht ist, stehen zum Wochenende erneut die Papiere der Ölförder-Unternehmen und Plattform-Provider unter Druck.. Der extrem niedrige Preis für Rohöl von aktuell 17,50 Dollar belastet die Gewinnmargen des Sektors.

Wie bereits am Vortag profitieren manche Sektoren von dem niedrigen Ölpreis, darunter die Reifenindustrie, Tagessieger vom Donnerstag mit einem Plus von mehr als neun Prozent. Auch den Airlines kommt der niedrige Ölpreis entgegen, da auch Flugbenzin billiger wird. Die Papiere der Carrier gehören seit drei Tagen zu den lukrativsten Anlagen an der Wall Street, und notieren auch heute mit fünf Prozent im Plus.

Durchwachsen zeigt sich der Handel im Finanzsektor. Die Citigroup , das größte amerikanische Bankhaus, verliert den zweiten Tag in Folge, nachdem die Analysten von Prudential Securities den Titel abgestuft haben. Das Unternehmen kämpfe mit Risiken an mehreren Fronten, unter anderem mit der flauen Konjunktur im eigenen Land und der Schwäche in Lateinamerika. Die UBS Warburg hingegen nimmt die Kaufempfehlung für die Papiere der führenden Kreditkarten-Unternehmen zurück. Der Sektor verliert ebenso wie die Brokerhäuser, die schon am Donnerstag im Minus abgeschlossen hatten. Die Aktien der großen Unternehmen hätten nach satten Gewinnen in den letzten zwei Monaten ihre Kursziele erreicht, heißt es, jetzt werden Gewinne mitgenommen.

Größter prozentualer Verlierer ist der Kopierer-Hersteller Xerox . Das Unternehmen scheint in Geldnot zu sein, jedenfalls will man durch die Ausgabe von Anleihen eine halbe Milliarde Dollar einnehmen, die überwiegend zur Schuldentilgng verwendet werden sollen. Die Aktie gibt mehr als 15 Prozent ab.

Die Meldung des Tages kommt von Philip Morris . Der weltgrößte Lebensmittelkonzern will den Ruch des Tabakfabrikanten loswerden und deshalb seinen Namen ändern. Bei der Aktionärsversammlung im April will das Management über den neuen Namen "Altria" abstimmen lassen. Das Kunstwort ist dem lateinischen "altus" ("hoch") entlehnt und soll dem traditionsreichen Konzern ein frischeres Bild geben als es der Marlboro-Mann zu vermitteln im Stande ist. Auf den Handel wirkt sich das nicht aus, die Aktie notiert am Morgen nahezu unverändert.

Immerhin drei Prozent legt die Donut-Kette Krispy Kreme zu. Das Unternehmen hat am Donnerstag nach Handelsschluss gewohnt gute Geschäftszahlen vorgelegt. Im dritten Quartal hat Krispy Kreme den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 68 Prozent gesteigert und die Analystenschätzungen um einen Penny übertroffen.

Schwächer als die Donut-Aktien laufen am Morgen die Kaffee-Papiere: Der Kaffeeröster Starbucks verliert acht Prozent, obwohl das Unternehmen ebenfalls gute Ergebnisse für das abgelaufene Quartal vorgelegt hat. Allein, die von der Aktie zuletzt verwöhnten Investoren hatten sich noch positivere Prognosen für die nahe Zukunft erhofft.

Auch Computerbauer Dell verliert am Morgen trotz guter Nachrichten aus Q-3. In den vergangenen drei Monaten hat man mit einem Gewinn von 16 Cents pro Aktie die Analystenerwartungen um einen Penny geschlagen. Die führenden Analysten äußern sich am Morgen dennoch nur neutral über den Titel, der vor der Eröffnungsglocke 1,4 Prozent abgibt. Fast zwei Prozent verliert Mitbewerber Compaq.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%