Kein Stellenabbau
Schuhe werden wahrscheinlich billiger

Die deutsche Schuhindustrie hat im ersten Halbjahr 2002 einen Umsatzschub verbucht, rechnet aber angesichts rückläufiger Exporte für das Gesamtjahr mit einer Stagnation. Für 2003 kündigte die Branche Preissenkungen an.

Reuters DÜSSELDORF. Beflügelt durch zweistellige Wachstumsraten im Auslandsgeschäft sei der Umsatz von Januar bis Juni 2002 um 8,6 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro gestiegen, sagte Dieter Rührschneck, Vorsitzender des Hauptverbandes der Deutschen Schuhindustrie, am Donnerstag in Düsseldorf. Der Exportboom werde sich aber für die Branche im zweiten Halbjahr deutlich abschwächen. Für 2002 werde wie im Vorjahr ein Umsatz von rund drei Milliarden Euro erwartet.

"Wir hoffen erst für 2003 wieder auf Wachstum", sagte Rührschneck ohne eine konkrete Prognose abzugeben. Da mit der BSE-Krise und der Maul- und Klauenseuche Leder knapp und teuer geworden sei, habe die Branche kräftig rationalisiert. Die erzielten Kosteneinsparungen würden im kommenden Jahr zu niedrigeren Preisen führen. "2003 werden die Preise mindestens stagnieren, aber eher sinken", kündigte der Verbandschef an.

In den vergangenen vier Jahren hatte die Branche nach Verbandsangaben noch leichte Zuwächse beim Umsatz erreicht. "Auf Grund der Auftragseingangszahlen stehen die Ampeln nun mehr auf gelbrot, denn auf grün", sagte Rührschneck. Im Gegensatz zum Einzelhandelsverband HDE erwartet die Schuhbranche keinen Stellenabbau in diesem Jahr. Der HDE hatte für den Handel den Verlust von 30 000 Jobs vorausgesagt.

Trend zur Produktionsverlagerung ins Ausland hält an

Trotz der zum Halbjahr positiven Entwicklung spüre nun mittlerweile auch die Schuhbranche die allgemeine Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Die Konsumenten achteten sehr auf reduzierte Angebote, kauften dann aber auch gute Qualitäten. Dieser Trend könne zum erwarteten Wachstum im kommenden Jahr beitragen. Hersteller im Hochpreissegment verbuchten einen Umsatzrückgang um ein Drittel, stellte der Verbandschef heraus.

Angesichts hoher Lohnkosten würden immer mehr deutsche Hersteller die Produktion ins Ausland verlagern, stellte Rührschneck fest. Den durchschnittlichen Monatslohn der Branche bezifferte der Verband auf rund 1 500 Euro. Dagegen verdienten etwa Beschäftigte in China 72 Euro im Monat. Auch die Löhne in Rumänien, Polen und Russland lägen nur knapp über dem Niveau in China.

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