Kein strategisches Interesse
Münchener Rück stockt Commerzbank nicht auf

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft will ihre Beteiligung von 10,4 Prozent an der Commerzbank nicht weiter erhöhen.

vwd MÜNCHEN. "Für eine weitere Aufstockung sehen wir keine Veranlassung", sagte Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Schinzler am Mittwoch in München. Die Münchener Rück habe mit ihrer Beteiligung an der rankfurter Großbank bislang keine strategischen Interesse verfolgt und sehe auch in Zukunft keines. Er bekräftigte, dass es sich bei dem Engagement lediglich um ein Investment handele.

Der Münchener-Rück-Vorstandsvorsitzende bekräftigte zudem die Prognose, dass der Jahresüberschuss im laufenden Geschäftsjahr über 1,75 Mrd. Euro liegen werde. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wird das Ergebnis nach früheren Angaben des größten Rückversicherers der Welt wegen der US-Terroranschläge deutlich zurückgehen. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben 2002 zudem eine Combined Ratio, also das Verhältnis von Schäden und Kosten zu den eingenommenen Prämien, von unter 105 Prozent an.

Schinzler räumte jedoch ein, dass es für den Konzern angesichts der zahlreichen Schadenfälle auch ohne den Anschlag auf das World Trade Center schwierig gewesen wäre, seine Ziele im abgelaufenen Jahr zu erreichen. Im Hinblick auf die erste Verhandlungsrunde mit den Erstversicherern nach den Ereignissen des 11. September zog Schinzler eine positive Bilanz. Es sei gelungen, neben verbesserten Bedingungen Prämienanhebungen zwischen 15 und 17 Prozent durchzusetzen, was sich bereits in laufenden Jahr positiv bemerkbar machen werde.

"Wir sind, was die Preisentwicklung angeht, aber noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen". Hier müsse sich in den zukünftigen Erneuerungsrunden noch etwas tun.

Kein Verkauf von Montgomery

Die Commerzbank hat am Mittwoch den Bericht über einen geplanten Verkauf ihrer Asset-Management-Töchter in Großbritannien und den USA dementiert. "Das gesamte Asset Management der Bank steht nach wie vor unter Prüfung", sagte ein Sprecher. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Beraten werde das Institut dabei von Goldman Sachs. Das Wirtschaftsmagazin "Focus-Money" hatte unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, die Commerzbank plane weitere Verkäufe, um in der defizitären Vermögensverwaltung wieder profitabel zu arbeiten.

Dem Magazin-Bericht zufolge soll dabei nicht nur der britische Asset Manager Jupiter, sondern auch der US-Vermögensverwalter Montgomery zur Disposition stehen. Laut "Focus-Money" taxieren Branchenkreise den zu erwartenden Verkaufspreis auf 200 Mio bis 300 Mill. Euro.

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