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Kein Tor für Team Fifa-Yahoo

Die Spielgemeinschaft Fifa-Yahoo ist zur WM 2002 nicht rechtzeitig in Form gekommen. Wesentliche Vermarktungschancen im Web würden verschenkt, heißt es in einer aktuellen Studie von Forrester Research.

Live-Ticker, Tabellen, Hintergrundberichte, Gewinn-Spiele, Bilderserien. Die Fußball-WM hat ihre Darstellungsform im Internet gefunden. Auch ohne Live-Bilder findet derzeit in Deutschland ein Run auf die WM-Specials im Internet statt. Die Homepages der klassischen Medien und Webportale beliefern den Fan dort, wo er sich befindet - im Büro. Nahezu eine halbe Million Fans wollen am Arbeitsplatz alle WM-Spiele mitverfolgen, weitere 1,5 Millionen zumindest die Spiele der deutschen Mannschaft. Dies ergab eine aktuelle Online-Trendumfrage der Mummert + Partner Unternehmensberatung und des Internet-Spezialisten Inworks.

Live-Bilder fehlen

Die Spielgemeinschaft Fifa-Yahoo, die der ganzen Internetberichterstattung durch Live-Bilder die Krone hätte aufsetzen können, steht derweil im Abseits, das meinen Diana Janssen und Jaap Favier. Die beiden Analysten von Forrester Research möchten die Fifa und Yahoo als Betreiber der offiziellen Seite zur Fußball-WM (www.fifaworldcup.com) am liebsten noch einmal ins Trainingslager schicken. "Die Fifa sollte den Vertrag mit Kirch Media überarbeiten, um während der Bürozeiten Live-Bilder über das Internet übertragen zu können," heißt es in einer aktuellen Forrester-Publikation.

Rot-Gelb für Video-Konzept

Derzeit sei die Seite einfach nicht in Form, um die Bedürfnisse von echten Fußfallfans befriedigen zu können. Eine rot-gelbe Karte geben die beiden für das Konzept der Video-Streams von den Spielen. Anstatt bei Fußballsüchtigen in Europa während der Bürozeiten den Ball live über die PC-Bildschirm rollen zu lassen, bietet das offizielle Webangebot nur eine Konserve. Für 22,50 Euro können bis zu vier Minuten lange Videoschnipsel von jedem der 64 Spiele abonniert werden. Der Fan sitzt dann aber schon längst vor dem heimischen Bildschirm, glauben die Forrester-Analysten.

Vermarktung nur zweite Liga

Voll ins Abseits geraten sind die Internet-Fußballvermarkter bei der Fifa und bei Yahoo mit ihrer Idee einer weltweit zentralisierten Produktion. Zwar wird die WM professionell in allen Webspielarten in sieben Sprachen dargeboten, doch die nationale Besonderheiten würden nicht berücksichtigt, heißt es in der Analyse. Locker werde so die Fifa-Seite von den heimischen Anbietern wie der BBC oder Sport1 ausgedribbelt. Kunststück, schließlich handelt es sich beim Fußball um das Thema, bei dem Emotionen am höchsten kochen.

Und was ist mit dem Sturm, sprich der Vermarktung? Das Geld kommt hauptsächlich über Großsponsoren wie Budweiser und Philips herein. Zweitklassig, glauben Janssen und Favier. Lokale Kooperationen fehlten und die Nutzer würden zudem durch komplizierte Zahlungsmodalitäten vom Kauf der Videoschnipsel abgehalten. So werde das Potential der Seite verschenkt.

"Sie selbst steuern die Videohöhepunkte", heißt es auf der Seite fifaworldcup.com. Ein Satz, der in übertragenen Sinne wohl auch für die Macher gilt. Chance vertan!

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