Kein Treffen mit Saddam geplant: Iraker erwarten Blix am 8. Februar in Bagdad

Kein Treffen mit Saddam geplant
Iraker erwarten Blix am 8. Februar in Bagdad

Die irakische Führung erwartet den Chef der UN-Waffenkontrolleure, Hans Blix, am nächsten Samstag in Bagdad. Das erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Tarik Asis. Ob dies bedeutet, dass der Irak auf die von Blix für einen Besuch genannten Bedingungen eingehen will, war jedoch am Sonntag zunächst unklar.

HB/dpa BAGDAD. Asis sagte nach Angaben irakischer Zeitungen lediglich, Blix würde mit irakischen Offiziellen "die Einrichtung von Arbeitsgruppen diskutieren, um offene Themen zu erörtern". Ein Treffen mit Präsident Saddam Hussein sei nicht geplant.

Blix und der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, hatten einen neuen Bagdad-Besuch an Bedingungen geknüpft. Bagdad müsse Erkundungsflüge mit amerikanischen U2- Flugzeugen zulassen und sicherstellen, dass sich irakische Wissenschaftler künftig ohne die Anwesenheit eines irakischen Aufpassers von den Inspekteuren befragen ließen.

Am Freitag hatte Blix erklärt, er sehe im Gegensatz zu der US- Regierung bisher keine überzeugenden Gründe für einen Militärschlag gegen den Irak. In einem Interview der "New York Times" widersprach er den Ausführungen von US-Präsident George W. Bush in dessen Rede zur Lage der Nation in mehreren Punkten.

So gebe es keinen Beweis dafür, dass Bagdad Wissenschaftler nach Syrien, Jordanien und in andere benachbarte Länder geschickt habe, um ihren Kontakt mit den UN-Waffeninspekteuren zu verhindern. Auch spreche nichts dafür, dass sich Agenten der irakischen Führung als Wissenschaftler ausgäben, wie Bush angeführt hatte, sagte Blix.

Der UN-Chefinspekteur wandte sich auch gegen eine Behauptung von US-Außenminister Colin Powell, wonach die Kontrolleure Hinweise darauf gefunden hätten, dass Bagdad illegale Waffenmaterialien versteckt und aus Sorge vor ihrer Entdeckung zum Teil auch ins Ausland gebracht hätte. Ihm lägen solche Berichte nicht vor, stellte Blix klar.

Ebenso gebe es zurzeit keine überzeugenden Anzeichen darauf, dass der Irak Verbindungen zu dem El-Kaida-Terrornetz habe, wie Bush in seiner Rede hervorgehoben hatte. "Es gibt andere Länder, in denen die Verbindung (zu El Kaida) klarer zu sein scheint", sagte Blix und nannte Afghanistan als ein Beispiel. Der 74-jährige schwedische Diplomat sprach sich erneut für die friedliche Abrüstung des Irak ab. "Ich glaube, es wäre schrecklich, wenn ein Militärschlag (die Inspektionen) abbrechen würden."

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