Kein Umsatzeinbruch durch Irak-Krieg erwartet: Henkel bleibt gelassen

Kein Umsatzeinbruch durch Irak-Krieg erwartet
Henkel bleibt gelassen

Der Konsumgüterkonzern Henkel erwartet nach Angaben von Konzernchef Ulrich Lehner keine deutlichen Umsatzeinbußen durch einen Irak-Krieg.

Reuters DÜSSELDORF. Zwar könnte ein Irak-Krieg Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten und damit auf die gesamte Wirtschaft haben, sagte Lehner am Mittwoch in Düsseldorf. Spürbare Auswirkungen auf den Umsatz von Henkel sehe er aber nicht.

"Zweifellos trägt das nicht positiv zum Konsumentenklima bei", betonte Lehner. Ob in der Folge eines Irak-Kriegs durch eine stärkere Polarisierung der Welt und einen Konflikt der Kulturen stärkere internationale Spannungen, etwa mit muslimischen Ländern aufträten, müsse man abwarten. In einzelnen Ländern gebe es bereits Boykott-Aufrufe gegen amerikanische Produkte. Ob das auch auf andere westliche Firmen abstrahlen werde, werde sich zeigen.

Für den US-Markt erwartet Lehner keine spürbaren Nachteile für Henkel durch die Differenzen zwischen der deutschen und der US-Regierung. "Amerika hat nicht geschlossen eine Position eingenommen, es gibt heterogene Einstellungen", sagte er. In den USA gebe es auch sehr kritische Stimmen gegen das unilaterale Vorgehen der USA und den Krieg. Er könne sich aber vorstellen, dass es Nachteile für besonders exponierte deutsche Produkte geben könne. Henkel sei davon aber nur "in geringem Maße betroffen, weil unsere Produkte vorwiegend lokalen Charakter haben".

Die Bundesregierung hatte sicher immer wieder für eine friedliche Lösung des Irak-Konflikts ausgesprochen. Die US- Regierung hat den irakischen Präsidenten Saddam Hussein ultimativ zum Verlassen des Landes aufgefordert. Nachdem Saddam Hussein die Aufforderung bereits zurückgewiesen hat, gilt ein Krieg als sehr wahrscheinlich.

Jeden Kommentar verweigerte Lehner auf Fragen nach einem möglichen Interesse von Henkel an Beiersdorf. Allianz - Finanzvorstand Paul Achleitner hatte am Vortag gesagt, der Allfinanzkonzern sei zu einem Verkauf seines Anteils an dem Kosmetikkonzern bereit, wenn der Preis stimmt. Die Allianz sei mit verschiedenen Parteien im Gespräch über einen Verkauf des rund 44-prozentigen Aktienpakets.

Mit Blick auf die Übernahme von knapp 78 Prozent der Wella-Stammaktien durch den US-Konsumgüterriese Procter & Gamble (P&G) sagte Lehner, Henkel analysiere die Ereignisse und werde dann handeln. "Sie werden die Fakten erleben". Zu seinen Plänen für den jüngst erworbenen Anteil von knapp sieben Prozent an Wella hielt sich Lehner bedeckt. Auf die Frage, ob Henkel den Anteil behalten oder verkaufen wollte, wollte Lehner keinen Kommentar abgeben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%