Kein Unions-Kandidat kann es mit Schröders Popularität aufnehmen
Merkel ist als Kanzler-Kandidatin nur im Osten akzeptiert

Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber liegt bei der Kanzlerfrage in zehn der 16 Bundesländer vor CDU-Chefin Angela Merkel. Allerdings ist auch Stoiber bei der Bevölkerung längst nicht so beliebt wie Bundeskanzler Gerhard Schröder. Das hat die Auswertung einer Serie von wöchentlichen Umfragen von Februar bis Mai im Auftrag des Magazins "Stern" ergeben.

dpa HAMBURG. Die Meinungsforscher hatten die insgesamt mehr als 41 000 Bürger danach gefragt, welchen Politiker sie am liebsten als Kanzler sähen, falls der Regierungschef direkt gewählt würde. Dabei wurde die Befragten vor die Alternativen SPD-Chef Gerhard Schröder oder Merkel sowie Schröder oder Stoiber gestellt. Bei allen Vergleichen in den Ländern liegt Schröder vor den beiden Unionspolitikern, nur in Bayern ist Stoiber beliebter als Schröder.

Vergleicht man die Ergebnisse für Stoiber und Merkel, so ist die Zustimmung für einen Kanzler Stoiber in den Ländern Hessen, Baden-Württemberg und Bayern besonders hoch. In Bayern hat Stoiber sogar einen Vorsprung von 21 Prozentpunkten vor Merkel. Merkel liegt in Berlin, Brandenburg, Sachsen und - mit sieben Prozentpunkten Vorsprung am deutlichsten - in Mecklenburg-Vorpommern vor Stoiber.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dazu dem "Stern": "Stoiber bricht im Osten ein, aber auch Merkel ist in Ostdeutschland erstaunlich schwach." Von Werten, die der Berliner PDS-Spitzenkandidat Gregor Gysi in der Hauptstadt erreiche, könne die CDU-Vorsitzende "nur träumen". Während Merkel nur zwischen 22 und 29 % der Wähler der ostdeutschen Länder als Kanzlerin haben wollen, erreicht Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) Werte zwischen 44 und 55 %.

Die CDU-Vorsitzende gewinnt den Vergleich mit dem SPD-Chef in keinem, der CSU-Chef nur in Bayern. Dort würden sich bei der Kanzlerwahl 47 % für Stoiber und nur 35 % für Schröder entscheiden. Träte dagegen Merkel als Kandidatin an, würden nur 26 % für sie und 49 % für Schröder stimmen. Güllner analysiert: "Stoiber mobilisiert die Unionsanhänger besser als Merkel, aber ihr gelingt es nicht dies auszugleichen, indem sie die Anhänger anderer Parteien für sich gewinnt."

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