Kein Unterricht mehr
Nach Streit um Sexualkunde: Nonnen geben Schule auf

Die mit der Zensur von Biologiebüchern bekannt gewordenen Schulschwestern im bayerischen Auerbach geben auf. Wie das Landratsamt in Amberg am Donnerstag mitteilte, werden die Nonnen ab kommendem Schuljahr nicht mehr unterrichten.

ap AMBERG. Ob die Klosterschule als staatliche Realschule fortgeführt werden kann oder die 280 Kinder auf andere Schulen verteilt werden, ist vorerst offen.

Die Schwestern hatten entgegen dem bayerischen Lehrplan keine Sexualkunde unterrichtet, Schülern die Biologiebücher weggenommen und Tanzen als Werk des Teufels gegeißelt. Das Kultusministerium hatte die Zustände als untragbar kritisiert und die Ablösung der Schulleitung verlangt. Der völlige Rückzug des Ordens habe aber alle Beteiligten überrascht, sagte der Sprecher des Landrats, Hubert Uschald.

Das Schulhaus gehöre dem Kloster. Die Hälfte der 22 Lehrerinnen seien Nonnen. Möglicherweise könne der Staat die Schulräume mieten und die Realschule selbst fortführen. Das Kultusministerium sagte Unterstützung zu. «Wir könnten zum Beispiel Lehrer schicken», sagte ein Sprecher. Uschald erklärte, die anderen Realschulen im Umkreis platzten schon jetzt aus allen Nähten. Den Auerbacher Schülern sollten das Auseinanderreißen ihrer Klassen und weite Schulbusfahrten erspart bleiben.

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