Kein Verhaltenskodex für WM-Spieler
Völler hält an Jancker fest

DFB-Teamchef Rudi Völler will weiter an Mittelstürmer Carsten Jancker festhalten. Auch nach dem 10:0 im Trainingsspiel gegen eine Jugendauswahl von Miyazaki, bei dem sich Jancker-Kontrahent Oliver Bierhoff mit zwei Toren und einer guten Leistung als Sturmpartner für den zum WM-Auftakt gesetzten Miroslav Klose empfehlen konnte, ist der Münchner Jancker beim Teamchef noch eine feste Größe.

dpa MIYAZAKI. "Carsten wird kritisch beäugt, weil er nicht der klassische Stürmertyp ist, der immer sein Tor erzielen will", meinte Völler am Montag trotz der derzeitigen Probleme des Bayern-Stürmers. Die endgültige Start-Formation, die am Samstag gegen den ersten Vorrunden-Gegner Saudi-Arabien auf das Feld des Sapporo-Dome laufen soll, will Völler noch nicht bekannt gegen. "Beide Sturmreihen haben ihre Sache gut gemacht." Auf diese Weise hält der 42-jährige Ex- Nationalspieler den Konkurrenzkampf unter den vier Stürmern Klose, Jancker, Bierhoff und Oliver Neuville offen. Alles deutet jedoch auf die Nominierung des Duos Klose/Jancker hin. "Carsten gibt mir auch während des Spiels einige Tipps, wie ich mich bewegen soll", sagte Klose, der in den beiden Spielen gegen Israel und Österreich mit Partner Jancker jeweils drei Mal getroffen hatte.

"Wir sind in einer guten Verfassung, jeder brennt auf seinen Einsatz", verkündete der DFB-Teamchef am Montag. "Teamgeist ist Voraussetzung für eine gute Saison, für eine gute Weltmeisterschaft. Ohne Teamgeist geht nichts in einer Mannschaftssportart, das muss funktionieren", betonte Völler, der auch ohne Strafenkatalog auf Disziplin achtet: "Es gibt keinen Verhaltenskodex. Es gibt Richtlinien und Verhaltensregeln, die eingehalten werden müssen." Alle im deutschen WM-Quartier beschwören nach Außen die gute Stimmung und sehen darin die entscheidende Trumpfkarte für eine positive Überraschung der DFB-Auswahl. Gerade die erfahrenen Akteure wie Kapitän Oliver Kahn und sein Vorgänger Oliver Bierhoff, die schon bei einigen großen Turnieren dabei waren, weisen auf die neue Harmonie hin. Es gebe "keine Primadonnen", hoben beide hervor. "Bei so einem Turnier geht es nur über Teamgeist. Man muss sehen, die Brandherde frühzeitig zu erkennen und zu löschen", bemerkte der zum Führungsspieler aufgestiegen Dietmar Hamann.

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