Kein Vertrauen
US-Regierung rückt deutlich von Arafat ab

Nach dem jüngsten Selbstmord-Bombenanschlag eines Palästinensers mit 17 Toten in Israel ist die US-Regierung zu Palästinenser-Präsident Jassir Arafat deutlich auf Distanz gegangen.

rtr WASHINGTON. Arafat sei ineffektiv und nicht vertrauenswürdig, hieß es am Mittwoch in Washington. Zu dem Anschlag hatte sich die radikale Palästinenser-Organisation Islamischer Dschihad bekannt. Die Palästinenser-Regierung hatte die Tat verurteilt.

Der Sprecher im US-Präsidialamt, Ari Fleischer, sagte, Präsident George W. Bush habe Arafat zwar nicht abgeschrieben. "In den Augen des Präsidenten hat Jassir Arafat aber nie die Rolle eines Menschen gespielt, dem man vertrauen kann und der effektiv ist", fügte Fleischer hinzu. Die USA konzentrierten sich auch weniger auf eine politische Figur, sondern seien an Handlungen und Ergebnissen interessiert, gleich von wem sie kämen, fügte der Sprecher hinzu.

In der Nacht zum Donnerstag waren israelische Panzer auf das Hauptquartier Arafats in Ramallah im Westjordanland vorgestoßen und hatten das Feuer auf die Anlagen eröffnet. Nach Angaben von Mitarbeitern Arafats wurde mindestens ein Leibwächter Arafats getötet, sechs weitere Personen seien verletzt. Teile des Gebäudes, in dem sich auch der Schlafraum Arafats befindet, seien schwer beschädigt, Arafat selbst sei unverletzt.

Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, die USA beobachteten die Entwicklung nach dem israelischen Vorstoß sehr sorgfältig und stünden in Kontakt mit beiden Seiten. Zugleich wurde in den Kreisen betont, der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon habe für die jüngste Militäraktion kein grünes Licht aus den USA erhalten.

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