Kein Vertrauen zu Intershop-Aktien
Neuer Markt geht mit einem deutlichen Plus aus dem Handel

In den letzten Handelsstunden fand der Neue Markt seine Richtung und verbuchte recht deutliche Gewinne. Der NeMax 50 beendete den Handel mit einem Plus von 2,52 Prozent auf 2.840,60 Punkte.

dpa-afx FRANKFURT. Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt präsentierten sich am Dienstag unentschlossen. Mal rutschte das Marktsegment ins Minus, mal kletterte es wieder ins Plus. Insgesamt war der Handel sehr ruhig und auch die Umsätze waren gering. Erst in den letzten Handelsstunden fand der Neue Markt seine Richtung und verbuchte recht deutliche Gewinne. Der NeMax 50 beendete den Handel mit einem Plus von 2,52 % auf 2.840,60 Punkte. Der alle Werte umfassende NeMax All-Share stieg um 1,16 % auf 2.849,27 Zähler.

"Wir befinden uns in einer Konsolidierungsphase", sagte Albert Rapp, Händler bei Trinkaus & Burkhardt. Der Neue Markt habe jetzt wirklich gute Chancen seinen Boden zu finden. Nachdem viele Anleger von den deutlichen Zugewinnen Anfang des Jahres überrascht worden seien, werde nun abgewartet. Immerhin hatte der NeMax 50 binnen kurzem um knapp 30 % zugelegt. Sollte der Markt jetzt wieder leicht abrutschten, sei dies für Investoren ein Signal zum Einstieg, meinte Rapp.

Die Anleger würden sich eine Pause gönnen, meinte eine Händlerin der Commerzbank. Zudem seien die Vorgaben aus den USA in dieser Phase der Quartalsergebnisse ein Wechselbad für Anleger.

Ein Zeitungsbericht, wonach das angeschlagene Jenaer Intershop einen größeren Stellenabbau in Deutschland plane, wurde umgehend dementiert. Dennoch sei das Anlegervertrauen momentan gestört, meinte ein Analyst. Intershop hatte am 2. Januar mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung die Experten negativ überrascht. Intershop verloren 8,08 % auf 11,95 Euro.

Fester als zum Handelsauftakt präsentierte sich T-Online , die Aktie reduzierte ihren Tagesverlust und drehte sogar ins Plus. Am Ende stieg der Wert um 2,31 % auf 15,50 Euro. Am Morgen hatte die Konzernmutter Deutsche Telekom vermeldet, die Zahl der T-Online-Kunden einschließlich Club Internet und Ya.com sei von 4,7 Mio. Ende 1999 auf 7,9 Mio. zum Jahresschluss 2000 gestiegen. Analysten wollten diese Zahl jedoch nicht überbewerten, sie warten mit Spannung auf die Zahlen, die T-Online am Mittwoch vorlegen will. Den Analystenmeinung zufolge dürfte der Darmstädter Internet-Service-Provider im vergangenen Geschäftsjahr tiefrote Zahlen geschrieben haben.

Zu den größten Gewinnern im NeMax 50 gehörte Qiagen mit einem Plus von 13,69 % auf 35,80 Euro. Die Analysten der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter hatten die Aktie des Biotech-Unternehmen in einer Ersteinschätzung mit "Strong Buy" empfohlen.

Dagegen stand EM.TV nach den Gewinnen vom Vortag diesmal unter Druck. Die Aktie des Münchner Filmrechtehändlers verbilligte sich um 5,74 % auf 8,05 Euro. Nach wie vor ist unklar, wer nun bei dem angeschlagenen Unternehmen einsteigen wird. Neben der Kirch-Gruppe soll auch ein Unternehmenskonsortium interessiert sein. Diese Nachricht hatte in den vergangenen Handelstagen die Anlegerfantasie beflügelt. Für Unruhe sorgte allerdings ein Zeitungsbericht am Dienstag, wonach ein Großanleger eine Klage erwägt. Dem Bericht zufolge habe die Deutsche Bank-Investmenttochter Morgan Grenfell Private Equity mit EM.TV-Aktien rund eine Milliarde DM verloren.

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