Kein weiterer Preisrückgang erwartet
Einigung im Nahost-Konflikt drückt Ölpreise

Am Londoner Terminmarkt sank der Ölpreis pro Barrel um 41 Cents. Ein weiterer Preisrückgang sei aber nicht zu erwarten.

Reuters LONDON/SINGAPUR, 02. NOV. Die Einigung zwischen Israel und den Palästinensern auf Schritte zur Beilegung der Gewalt, hat die Ölpreise an den internationalen Märkten gedrückt. Am Londoner Terminmarkt wurde das Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent im Dezember-Kontrakt am Vormittag mit 30,90 $ um 41 Cents billiger als am Mittwochabend gehandelt. Ein deutlicherer Rückgang der Preise werde jedoch weiterhin durch die abnehmenden Bestände der USA an Rohöl und Ölprodukten sowie erneute Sorgen um die Ölexporte Iraks verhindert.

Barak und Arafat werden öffentlich zum Frieden aufrufen

Israels Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenser- Präsident Jassir Arafat würden am frühen Nachmittag in öffentlichen Stellungnahmen alle Seiten zu einem Ende der Gewalt aufrufen, sagte Peres im israelischen Rundfunk. Peres hatte zuvor zwei Stunden mit Arafat über die Unruhen beraten. "Es ist ein Ende der Gewalt", sagte Peres.

Schrumpfende Öl-Vorräte verhindern weiteren Preissturz

Händlern zufolge verhindern vor allem die in dieser Woche veröffentlichten Vorratszahlen des American Petroleum Institut (API), die einen unerwartet starken Lagerabbau in Nordamerika auswiesen, einen stärkeren Rückgang der Ölpreise. Nach den API-Zahlen schrumpften die Benzin-Vorräte in der Woche zum 27. Oktober um 8,1 Mill. Barrel. Am Markt war dagegen lediglich ein Minus von einer Million Barrel erwartet worden. Die Rohölbestände nahmen um 749 000 Barrel ab, während eine Aufstockung um drei Mill. Barrel angenommen worden sei.

Irak will einen Teil der Ölexporte aussetzen

Ein möglicher neuer Konflikt zwischen Irak und der Uno bremste nach Angaben von Händlern zusätzlich den Preisrückgang, weil hinter jeden Streit zwischen der Weltorganisation und Irak die Drohung stehe, die irakischen Ölexporte von täglich rund 2,3 Mill. Barrel auszusetzen.

Branchenkreise berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, Irak wolle die von der Uno kontrollierten Ölexporte durch eine Öffnung seiner Pipeline durch Syrien umgehen. Seit dem Golfkrieg im Jahr 1990 darf Irak lediglich im Rahmen des Programms Öl für Lebensmittel unter Kontrolle der Uno Öl ausführen. Den Kreisen zufolge will Irak die Pipeline in den nächsten zwei bis drei Tagen in Betrieb nehmen, um an den Kontrollen vorbei Öl auszuführen.

UNO-Diplomaten in New York verwiesen lediglich darauf, dass Baghdad zunächst eine Genehmigung benötige, bevor es die Pipeline wiedereröffnen könne.

Erst am Montag war ein wochenlanger Streit zwischen der Uno und Irak beigelegt worden. Irak hatte auf einer Umstellung der Bezahlung seiner Ölrechnungen auf den Euro vom US-Dollar bestanden. Die Genehmigung dafür hatte der Sanktionsausschuss der Uno am Montag erteilt.

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