Kein Zeitpunkt für Comeback: Deisler schickt Bayern-Scheck zurück

Kein Zeitpunkt für Comeback
Deisler schickt Bayern-Scheck zurück

Die umstrittenen Vorab-Zahlungen des FC Bayern München an Fußball-Profis sorgen weiterhin für Gesprächsstoff. Nationalspieler Sebastian Deisler von Hertha BSC bestätigte am Montag im Trainingslager der Berliner in Marbella einen Bericht des "kicker" (Montag-Ausgabe), wonach er einen Scheck über 10,26 Mill. Euro (20 Mill. DM) an den Weltpokalsieger zurück geschickt habe.

dpa MÜNCHEN/MARBELLA. "Es ist ein normaler Vorgang, dass man Darlehen zurück zahlt", erklärte der 22-Jährige. Deisler hatte das Geld bereits im vergangenen Juli für seine Wechselzusage zum FC Bayern zur kommenden Saison erhalten.

Nach "kicker"-Informationen hat Deisler den Scheck aus "steuertechnischen Gründen" zurück geschickt. Wegen der von Bayern- Manager Uli Hoeneß nach Bekanntwerden als "Darlehen" deklarierten Zahlung soll nämlich das Finanzamt bei Deisler "Theater gemacht" haben. Denn für einen geldwerten Vorteil wie in diesem Fall würden Steuern fällig. Deisler äußerte sich in Marbella zu diesen Details nicht. Am Wechsel des 22-jährigen Mittelfeldspieler für eine Ablösesumme von 9,2 Mill. Euro zum FC Bayern nach dieser Saison ändert sich indes anders als im Fall des Neu-Dortmunders Sebastian Kehl, der ebenfalls einen Scheck des FC Bayern erhalten und zurück gezahlt hatte, nichts. Deisler wird beim Champions-League-Sieger im Sommer einen Vierjahresvertrag bis 30. Juni 2006 erhalten.

Nach seiner Knie-Operation im vergangenen Oktober wird der Mittelfeldspieler bis zum ersten Bundesligaspiel der Berliner am 27. Januar bei Borussia Dortmund nicht fit werden. Erst seit Sonntagabend befindet er sich als Nachzügler im Hertha-Trainingslager an der Costa del Sol. Dort muss er sich allerdings auf Lauftraining und die Behandlung seines operierten Knies beschränken. "Ich habe noch Probleme", bestätigte Deisler.

Einen erhofften Zeitpunkt für sein Comeback nennt Deisler ganz bewusst nicht: "Ich habe keinen Zeitplan. Wenn ich fit bin, bin ich fit. Ich lasse mich von niemandem unter Druck setzen", bemerkte der 22-Jährige. Deisler versicherte erneut, bis zu seinem Wechsel nach München weiterhin "alles für Hertha zu geben". Wenn alles optimal laufe, sei für den Tabellensechsten noch ein Platz unter den ersten Drei möglich.

Im Zuge des Tranferstreits zwischen dem FC Bayern und Dortmund um Sebastian Kehl war bekannt geworden, dass auch der 21-Jährige von den Münchnern für eine Wechsel-Zusage bereits einen Scheck über 769 231 Euro erhalten hatte. Kehl hatte diesen inklusive Zinsen an die Bayern zurückgeschickt, nachdem er sich kurz vor Weihnachten doch noch zu einem Wechsel vom SC Freiburg nach Dortmund entschieden hatte.

Trotz Kritik an den Münchner Transferpraktiken, insbesondere von der Dortmunder Vereinsführung, sah Bayern-Manager Uli Hoeneß bislang keine Veranlassung dafür, seine Arbeitsweise zu überdenken.

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