Kein Zusatznutzen
Automobilindustrie will sich nicht an "Galileo" beteiligen

Entgegen den Vorstellungen von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will sich die deutsche Automobilindustrie nicht an den Kosten für das europäische Navigationssystem "Galileo" beteiligen. Aus Sicht der Automobilindustrie sei die Qualität der gegenwärtig zur Ortung benutzten GPS-Signale "für die speziellen Bedürfnisse des Straßenverkehrs vollkommen ausreichend", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernd Gottschalk, am Montag in Frankfurt.

dpa FRANKFURT. "Ein Zusatznutzen für den Straßenverkehr durch ein eigenständiges europäisches System ist nicht erkennbar", sagte Gottschalk. Daher sei eine finanzielle Beteiligung der Autofahrer auch nicht gerechtfertigt. Der Verband habe dies bereits schriftlich der Bundesregierung und der Europäischen Kommission mitgeteilt.

Das über 6 Mrd. DM teure Projekt eines eigenen europäischen Navigationssystems soll bis 2008 verwirklicht sein. Europa will damit die Monopolstellung der Amerikaner brechen, die das GPS-System betreiben. Europa will selbst 30 Satelliten im All stationieren, und damit präziser als mit GPS den Standort von Flugzeugen, Autos und Schiffen zu bestimmen. Die EU verspricht sich einen Markt für das System von jährlich 15 Mrd. Euro (rd. 29,4 Mrd. DM).

Bei einem Treffen der EU-Finanzminister in der vergangenen Woche in Brüssel hatte sich die Mehrheit der Länder dafür ausgesprochen, die Privatwirtschaft stärker heranzuziehen. "Die Privatwirtschaft muss sichtbar in das Projekt einsteigen", sagte auch Bundesfinanzminister Eichel. Beim EU-Sondergipfel Ende dieser Woche in Stockholm wird das Navigationssystem wohl wieder Thema sein, mit einer Entscheidung wird aber nicht gerechnet.

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