Keine Absatzprobleme bei Super-Sportwagen
Superreiche fliegen auf rasende Kisten

Wer braucht ein Auto mit mehr als 500 PS und der Beschleunigung eines Passagierjets? Streng genommen niemand. Und doch ist das Segment der Super- Sportwagen in den vergangenen Jahren explosionsartig gewachsen, wie eine aktuelle Studie des Instituts für Automobilwirtschaft belegt.

HB FRANKFURT. Im vergangenen Jahr fanden 22 800 dieser straßentauglichen Rennmaschinen in der Preisklasse oberhalb von 250 000 Euro weltweit Käufer - gegenüber 1995 entspricht das einem Plus von 150 %. Ein lukrativer Markt mit hohen Margen, der einige große Hersteller dazu ermuntert hat, in Konkurrenz zu Ferrari, Lamborghini und Aston Martin zu treten, die das Segment lange Zeit beherrscht haben.

So stehen Mercedes mit dem silberfarbenen SLR McLaren (Bilder-Galerie) , VW mit dem Bugatti Veyron (Bilder-Galerie) und Porsche mit dem Carrera GT (Bilder-Galerie) bereits in den Startlöchern. Experten rechnen damit, dass der Markt für die teuren Spielzeuge bis zum Jahr 2010 auf gut 33 000 Fahrzeuge klettern wird - also um rund ein Drittel in sieben Jahren. Das wird er auch müssen, denn immer mehr Anbieter dringen mit teuren Entwicklungen in dieses Nobelsegment vor.

Fuhrparks mit Hochleistungsautos

Luxus läuft. "Der Markt für Supersportwagen ist ganz starkem Maße angebotsgetrieben", meint Daimler Chrysler-Vorstand - Jürgen Hubbert. Die Kunden, die solche Fahrzeuge kauften, verfügten bereits meist über einen Fuhrpark mit einigen Hochleistungsautos und seien von Konjunkturverläufen kaum abhängig. Auf der IAA debütiert Mercedes mit dem Serienmodell des lang angekündigten Supersportwagens. Der Wagen, dessen Bezeichnung eine Reminiszenz an den legendären 300 SLR der 50er Jahre sein soll, kostet inklusive Mehrwertsteuer um 400 000 Euro und soll insgesamt 3500 mal verkauft werden.

Auch Porsche drängt mit dem Carrera GT, von dem nur 1500 Exemplare produziert werden sollen, in die neue automobile Königsklasse. Die Entscheidung für das neue Sportgerät hatten die Stuttgarter mehrfach verschoben. Porsche wollte sichergehen, genug Kunden für das teure Auto zu finden. Immerhin sollen die für den 612 PS starken Mittelmotorwagen rund 450 000 Euro auf den Tisch blättern.

Bugatti mit derzeit teuersten Serienauto

Das derzeit teuerste Serienauto unter den High-Tech-Boliden wird allerdings wohl der neue Bugatti aus dem Hause Volkswagen, der es mit 1001 PS auf über 400 Stundenkilometer bringt, mit einem Preis von rund einer Million Euro. "Natürlich wird der Bugatti mit der vorgesehenen Leistung, mit der vorgesehenen Geschwindigkeit auf den Markt kommen, und zwar im nächsten Jahr", sagte VW-Chef Bernd Pischetsrieder am Rande der IAA. Die Antwort nach geplanten Produktionszahlen beantwortet er der Kundenklientel entsprechend: "Ein Auto weniger als der Markt will." Doch noch schafft es der 16-Zylinder-Bolide nicht so recht, seine enorme Kraft umzusetzen. Die Probleme mit dem Getriebe sollen nun die Ingenieure der Rennsportabteilung lösen.

Beim VW-Konzern geht es jedoch auch eine Nummer kleiner. Tochter Audi stellte auf der IAA den Le Mans Quattro vor - einen 610 PS starken Sportwagen. Audi-Chef Winterkorn ließ keine Zweifel daran, dass er das Auto auf die Straße bringen will, wenn auch mit etwas weniger Power, um nicht dem aus dem gleichen Stall stammenden Lamborghini Gallardo in die Quere zu kommen. Der mit Audi - und Lamborghini-Technologie bestückte Renner ist schon ab 139 000 Euro zu haben - also ein echtes Schnäppchen.

Auf absehbare Zeit nicht zu kaufen ist das 400-PS-starke Alfa-Romeo-Konzept "8c Competizione". Nach Angaben der Fiat-Tochter ist der Achtzylinder über 300 Stundenkilometer schnell. Platzhirsch Ferrari bekommt also vielleicht Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Wirklich fürchten müssen sich die teuren Renner mit dem springenen Pferdchen jedoch nicht: Der mehr als 600 000 Euro teure Ferrari Enzo ist restlos ausverkauft.

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