"Keine Abschwächung in den USA"
Porsche verabschiedet sich aus dem MDax

Die Folgen der Terroranschläge in den USA überschatteten den letzten Tag von Porsche im Börsensegment MDax. Am Freitag setzte sich die Talfahrt des Porsche-Kurses bis zum Mittag fort.

dpa-afx STUTTGART. Mit 214 Euro wurde das Porsche-Papier knapp sechs Prozent schwächer bewertet. Anfang August lagen Porsche-Vorzüge noch bei über 400 Euro. Porsche-Sprecher Anton Hunger überraschte am Freitag mit Aussage, dass es in den USA, dem Hauptmarkt der Stuttgarter, noch keine Abbestellungen gegeben habe.

Porsche - Intraday-Chart

Dieser September werde sogar besser als der Vorjahresseptember ausfallen. "Bis zur Stunde gibt es keine Anzeichen für eine Nachfrageabschwächung", zeigte sich Hunger optimistisch.

Auch der schwächere Dollarkurs bedeute für die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG kein Problem: "Wir haben uns für mehrere Jahre gegen sinkende Dollarkurse abgesichert", sagte Hunger. Porsche hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (31. Juli) den Fahrzeugabsatz um 12 % auf 54 586 Stück gesteigert - mehr als die Hälfte ging in die USA. Der Umsatz kletterte deutlich von 7,1 auf 8,5 Mrd. DM, das Vorsteuerergebnis stieg von 848,5 Mill. DM auf über eine Mrd. DM.

Porsche bleibt gelassen

Der Rauswurf aus dem MDax zum 24. September beunruhigt Porsche nicht. "Da passiert überhaupt nichts. Wir erwarten keine negativen Einflüsse. Wenn sich die Lage normalisiert, werden auch die Kurse wieder anziehen", sagte Hunger. Porsche werde die Anleger mit der gleichen Beständigkeit und höchstmöglicher Transparenz wie bisher informieren. Im MDax sind die 70 wichtigsten Nebenwerte nach den Dax 30-Topunternehmen gelistet. Porsche bleibt natürlich mit den Vorzügen an der Börse, aber eben nicht im MDax, den die Zuffenhausener als Börsenschwergewicht angeführt hatten.

Auf die Forderung der Deutschen Börse AG (Frankfurt), ab 2001 Quartalsberichte zu veröffentlichen, hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking seit Jahresbeginn mit den bei ihm gewohnt deutlichen Worten reagiert. Kurzfristdenken sei nicht im Sinne Porsches und seiner Aktionäre, meinte er zu den Quartalsberichten. Das Geschäft mit den schnellen Sportwagen sei im Jahresverlauf sehr zyklisch, und überhaupt seien Quartalsberichte "vor allem ein Geschäftsbesorgungsplan für die Deutsche Börse AG und die Banken". Das kam natürlich in Frankfurt gar nicht gut an. Am 7. August wurde dort der Rauswurf aus dem MDax beschlossen. "Porsche erfüllt ohne Quartalsberichte nicht mehr die Standards, die wir im interesse der Investoren setzen", sagte Börsenvorstand Christoph Lammersdorf.

Geteiltes Echo

Das Echo auf Wiedekings Solo war geteilt. Während viele Unternehmer vor allem der Old Economy Beifall klatschten, zeigten sich Analysten und Anleger teilweise skeptisch. "Das Unternehmen wird sich langfristig damit schaden", meinte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Die Kleinaktionäre sind ohnehin nicht zufrieden, weil sie lediglich die Dividende für ihre stimmrechtslosen Vorzugsaktien einstreichen können. Die Richtung bei Porsche wird auch künftig allein von den Familien Porsche und Piech bestimmt, die sämtliche Stammaktien besitzen.

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