Keine Absprache mit Vertretern der Stämme vor Ort
Aufbau von UNO-Flüchtlingslagern in Pakistan verzögert sich

In Pakistan verzögert sich Angaben der Vereinten Nationen (UNO) zufolge der Aufbau von Lagern für afghanische Flüchtlinge. Der Aufbau komme aus Sicherheitsgründen nicht voran, sagte der Sprecher des UNO-Flüchtlingskommissariats Peter Kessler in Peshawar.

Reuters PESHAWAR. Zudem sei die Zusammenarbeit mit örtlichen Behörden schwierig. Derzeit seien lediglich fünf Plätze für Lager in Aussicht gestellt, sagte er. Für die zu erwartende Zahl von Flüchtlingen aus Afghanistan seien jedoch mindestens 15 Lager nötig. "Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit - und im Moment sind wir dabei, zu verlieren", teilte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Ruud Lubbers in einer Erklärung mit.

"Wir brauchen einen angemessenen Sicherheitsstandard, um in den Grenzgebieten zu arbeiten", sagte Kessler unter Hinweis auf die gewaltsamen Proteste in Pakistan gegen die US-Luftangriffe auf Afghanistan, in deren Verlauf Anfang der Woche auch Einrichtungen von Hilfsorganisationen angegriffen worden waren. Die Aufbauarbeit habe zudem Rückschläge dadurch erlitten, dass die Behörden offenbar keine Absprachen mit den Vertretern der Stämme vor Ort getroffen hätten. Sechs Plätze, die die UNO-Mitarbeiter für geeignet gehalten worden wären, seien von der Regierung ohne Erklärung abgelehnt worden.

Kessler geht davon aus, dass bis zum Wintereinbruch rund 150 000 Flüchtlinge in der Gegend um Peshawar aufgenommen werden müssen. In der Stadt im nordwestlichen Grenzgebiet Pakistans lebt bereits die Hälfte der zwei Mill. afghanische Flüchtlinge in Pakistan.

Großbritannien sicherte am Freitag weitere 47 Mill. Pfund für die Flüchtlingshilfe zu. Es sei entscheidend, die Lebensmittel noch vor dem Wintereinbruch ins Land zu bringen, sagte Entwicklungshilfeminister Clare Short.

Seit Sonntag fliegen die USA mit teilweiser Unterstützung Großbritanniens Luftangriffe auf Afghanistan. Sie vermuten dort den moslemischen Extremisten Osama bin Laden, den sie für die Anschläge am 11. September verantwortlich machen.

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