Keine Änderung erwartet
OPEC berät am Dienstag über Förderquoten

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wird bei ihrem Treffen in Wien am kommenden Dienstag aller Voraussicht nach nicht am Ölhahn drehen. Beobachter gehen einhellig davon aus, dass die Ölminister der elf OPEC-Mitgliedsstaaten die Förderquoten unverändert belassen werden.

dpa-afx WIEN. Die jüngste Entwicklung der Ölpreise hat den Erwartungen der Ölproduzenten auch entsprochen. Ein Barrel (159 Liter) OPEC-Öl kostete zuletzt zwischen 26 und 27 $ und lag damit im oberen Bereich der von der OPEC angestrebten Preisspanne zwischen 22 und 28 $.

Es gebe keinen Grund für eine Änderung der Förderquoten, sagte zuletzt auch der algerische Energieminister und Präsident der OPEC-Konferenz, Chakib Khelil. Die Öllager seien gut gefüllt. Für den Engpass bei Treibstoffen, der auch zum jüngsten Anstieg der Benzinpreis führte, machte Khelil am Donnerstag Kapazitätsengpässe bei Ölraffinerien verantwortlich.

Die USA hatten in den vergangenen Monaten große Treibstoffmengen in Europa zugekauft und damit die Preise ebenfalls nach oben getrieben. Die OPEC nannte auch wiederholt die hohen Treibstoffsteuern in den meisten Staaten als Grund für die Preissteigerungen an den Zapfsäulen.

Iraks Drohung auf der Tagesordnung

Die jüngsten Drohungen des Irak mit einer Drosselung der Ölexporte werden die Ölminister am OPEC-Sitz in Wien ebenfalls beschäftigen. Khelil hat bereits klargemacht, dass in einem solchen Fall die anderen OPEC-Mitglieder ihre Ölförderung entsprechend erhöhen würden.

Zuletzt hatte die OPEC den im vergangenen Herbst nach dem Platzen einer Spekulationsblase eingebrochenen Ölpreis mit zwei Förderkürzungen stabilisieren können. Im Januar war die tägliche Förderung um 1,5 Mill. Barrel und im März nochmals um eine Mill. Barrel auf derzeit rund 24 Mill. Barrel gesenkt worden. Im Vorjahr hatte die OPEC in mehreren Schritten die Ölproduktion noch deutlich angekurbelt, um den bis knapp an die Marke von 40 $ gekletterten Ölpreis wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Ein zu hoher Ölpreis liegt nicht im Interesse des Kartells, da er zu einem Anstieg der Inflation und einer Schwächung der Weltwirtschaft führen kann. Die von der OPEC befürchtete Folge wäre eine schwächere Nachfrage nach Erdöl, die wiederum fallende Ölpreise nach sich ziehen würde.

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