Keine Änderungen geplant
Sender wollen strenge Regeln beibehalten

Trotz der Kritik an den strikten Regeln wollen ARD und ZDF in zwei Wochen die Zeitlimits beibehalten. RTL und Sat 1 konnten beim ersten Rededuell erstaunlich viele junge Zuschauer gewinnen.

DÜSSELDORF. Für das am 8. September anstehende Kanzler-Duell auf ARD und ZDF sehen die Sender keine Notwendigkeit, die Verfahrensregeln zu ändern. "Feste Regeln müssen bleiben", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender im Gespräch mit dem Handelsblatt. Auch der Chefredakteur von RTL, Hans Mahr, plädiert für eine Beibehaltung der Sendeform: "Die Politik wollte von Anfang an ein klar reglementiertes Format." Das Sendekonzept war in Zusammenarbeit mit den SPD - und CSU-Wahlkampfberatern sowie den Sendern RTL, Sat 1, ARD und ZDF entstanden.

Es sei eine Frage, wie die Regeln genutzt würden, so Brender. Nach einem 90-sekündigen Auftakt folgen laut Vereinbarung vier Fragen zu jedem Thema. Mit den Gebieten Familien- und Bildungspolitik sowie vertiefender Außenpolitik blieben den beiden Moderatorinnen Maybrit Illner und Sabine Christiansen ausreichende Möglichkeiten, überraschende Nachfragen an Gerhard Schröder und Edmund Stoiber zu stellen. "Wir setzen darauf, dass unsere Moderatorinnen lockerer agieren", so ein ARD-Sprecher. Das Duell am vergangenen Sonntag hatten der RTL-Anchorman Peter Kloeppel und der N24-Chefredakteur Peter Limbourg moderiert. Gestern hatte sich Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye öffentlich für "eine kritische Reflexion des Formats" vom Sonntag ausgesprochen, dass von Medienexperten als zu statisch kritisiert wurde.

Die Zuschauerzahlen des Kandidaten-Duells fielen dabei für RTL besser aus als für Sat 1. Bei RTL folgten 9,3 Millionen dem Streitgespräch, lediglich 5,4 Millionen sahen das Gespräch zeitgleich auf Sat 1. Beachtlich war laut RTL-Chefredakteur Mahr der Marktanteil bei den jungen Zuschauern: Rund 37 % der 17- bis 21-Jährigen sahen die beiden Kontrahenten. Die Sende-Rechte für das Kandidaten-Duell stellten die beiden Sender anderen Anstalten anschließend kostenlos zur Verfügung. Dennoch rechnete sich die Ausstrahlung für RTL und Sat 1: Beide Sender meldeten ausgebuchte Werbeblöcke vor und nach dem Duell. Mit Spot-Preisen zwischen 19 000 und 30 000 Euro erreichten die Sender jedoch nicht das Preis-Niveau der Fußball-WM.

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