Keine Alternative
DSW setzt auf Neuen Markt und unterstützt Kapitalmarktkodex

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Schutzvereinigung für den Wertpapierhandel (DSW) setzt weiter auf den Neuen Markt als Finanzierungsquelle für Wachstumsunternehmen und unterstützt den geplanten Kapitalmarktkodex der Deutschen Börse. Aus volkswirtschaftlicher Sicht gebe es keine Alternative zum Neuen Markt, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Freitag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. "Es gibt keine andere Refinanzierungsquelle für Wachstumsunternehmen", fügte er hinzu. Vor diesem Hintergrund unterstütze die DSW den kürzlich von der Deutschen Börse vorgeschlagenen Kapitalmarktkodex für den Neuen Markt.

Zur Erhöhung der Transparenz vor allem bei Börsengängen plant die Deutsche Börse nach Angaben von Ende August einen Kapitalmarktkodex für Unternehmen und Investmentbanken. Nach Vorstellungen der Börse soll vor allem das Emissionsprospekt strengeren Auflagen unterworfen werden.

Der neue Kodex müsse sicherstellen, dass private und institutionelle Anleger die gleichen Informationen erhalten, sagte Hocker. Für private Anleger sei zudem eine verständliche Zusammenfassung des Börsenprospektes notwendig, da sich nicht jeder durch die teilweise sehr umfassenden Dokumente hindurcharbeiten könne. Außerdem solle ein allgemein zugängliches elektronisches Börseninformationssystem aufgebaut werden.

Ehrenkodex für Analysten

Hinsichtlich des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vorgeschlagenen Ehrenkodex für Analysten forderte der hessische Landesgeschäftsführer der DSW, Klaus Nieding, ein unabhängiges Überwachungsgremium, dass auch Sanktionen vornehmen könne. "Den Anlegern muss deutlich vorgeführt werden, dass Fehlverhalten kontrolliert und sanktioniert wird", sagte Nieding. "Wenn weiter ungestraft (...) falsche Empfehlungen ausgegeben werden dürfen, wird man die Aktionäre nicht für einen Risikokapitalmarkt wie den Neuen Markt zurückgewinnen können." Die Palette der möglichen Sanktionen reiche von der Verhängung von Geldbußen über die vollständige Gewinnabschöpfung bis hin zur Aberkennung des Gütesiegels.

Der Analystenkodex soll entsprechend des bisherigen Vorschlags für Analysten und Finanzjournalisten sowie Vertreter von Anlegern und Finanzdienstleistern gelten. Er sieht unter anderem die Offenlegung von Sachverhalten vor, die einen Interessenskonflikt begründen könnten. So soll zum Beispiel darüber informiert werden, ob der Arbeitgeber eines Analysten nennenswert an einem Unternehmen beteiligt ist. Mit dem Ehrenkodex solle verhindert werden, dass eigene Interessen der Informationsvermittler im Finanzgewerbe auf Bewertungen und Analysen Einfluss haben könnten.

Nach Vorstellung der DSW sollte die Überwachung des Analystenkodex entweder das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel oder die geplante zentrale Bundesanstalt für den Finanzdienstleistungsbereich übernehmen.

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