Keine Angaben über den Preis
Deutsche Bank gibt Gerling-Beteiligung ab

Die Deutsche Bank hat ihre kostspielige Beteiligung am defizitären Kölner Gerling Konzern abgegeben und zugleich wie erwartet ihren Anteil am Kreditversicherer Gerling NCM erhöht.

Reuters FRANKFURT. "Für den Gerling Konzern eröffnet sich durch die Übernahme des Aktienpakets neuer Handlungsspielraum in weiteren Verhandlungen mit potenziellen Investoren", sagte Deutsche-Bank-Finanzvorstand Clemens Börsig.

Die gesamte Minderheitsbeteiligung von 34,6 % am Gerling Konzern werde abgegeben, und zwar 28,6 % an Rolf Gerling und 6,0 % an den Konzern-Aufsichtsratschef Joachim Theye, teilte die Bank am Mittwoch mit. Über den Preis wurden keine Angaben gemacht. Es ist davon auszugehen, dass die Bank sich ohne finanzielle Gegenleistung von dem Anteil trennt.

Die Deutsche Bank hatte ihren Anteil am Gerling Konzern im ersten Quartal ganz abgeschrieben. Bereits 2002 hatte die Deutsche Bank rund 700 Mill. ? auf ihre Beteiligung wertberichtigt, die zuletzt noch mit etwa 500 Mill. ? in der Bilanz stand.

Für die Aufstockung des NCM-Anteils erhalte der abgebende Gerling Konzern eine Barzahlung von 120 Mill. ? von der Deutschen Bank und 60 Mill. ? von Swiss Re. Bewertet wurde der weltweit zweitgrößte Kreditversicherer mit 655 Mill. ?. Nach dem Ende der NCM-Transaktion wird das Geldhaus 35,2 (bisher zugerechnet 19,1) Prozent halten, während sich der Anteil der Swiss Re auf 47,50 (rund 25) Prozent erhöht.

Swiss Re und Deutsche Bank gewähren Gerling NCM außerdem jeweils 55 Mill. ? an einem nachrangigen Darlehen, um die Kapitalbasis des Unternehmens zu stärken. Die Transaktion soll im Sommer 2003 abgeschlossen sein und muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Die neuen Gesellschafter - zu denen auch noch die Privatbank Sal. Oppenheim (7,00 %), der Gerling NCM Pension Trust (7,14 %) und die Gerling Beteiligungs-GmbH (3,14 %) gehören - wollen NCM in den nächsten Jahren an die Börse bringen.

"Die Deutsche Bank hat endlich einen Schlussstrich unter das Gerling-Engagement gezogen. Abgeschrieben war der Anteil ja schon ganz", sagte Georg Kanders von der WestLB Panmure. Die 120 Mill. ? für Gerling hält Kanders für angemessen.

Nach Ansicht des Gerling Konzerns ebnet der NCM-Deal den Weg für die strategische Weichenstellung des Kölner Traditionsunternehmens. "Damit ist sowohl die Basis für eine erfolgreiche Abwicklung der Gerling Globale Rückversicherung als auch die Grundlage für die Rekapitalisierung des Konzerns geschaffen", heißt es in einer Gerling-Mitteilung. Nach einer ersten gerichtlichen Niederlage will die Aufsichtsbehörde in der nächsten Instanz den geplanten Verkauf des Rückversicherers an die Globale Management GmbH stoppen. Das BaFin hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass bei den bisherigen Verkaufsplänen für die Rückversicherungstochter keine hinreichende Gewähr für den unternehmerischen Erfolg nachgewiesen worden sei. Der erfolgreiche Verkauf der defizitären Rückversicherungstochter gilt wiederum als Voraussetzung für die angestrebte Partnerschaft von Gerling auf Konzernebene.

Wie Gerling mitteilte, ist Rolf Gerling weiterhin entschlossen, einen finanzstarken Mehrheitsaktionär für den Konzern zu finden. Aber auch eine Abgabe des gesamten Konzerns sei nach wie vor nicht ausgeschlossen, hieß es weiter. "Rolf Gerling und der Vorstand stimmen in dieser Zielvorgabe vollständig überein.", sagte Konzern-Chef Björn Jansli.

Die Aktien der Deutschen Bank notierten in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt am Vormittag mit 0,48 % leicht im Plus bei 49,89 ?.

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