Keine Angaben über Verletzte
Türkische Polizei beendet gewaltsam Hungerstreik in Gefängnissen

dpa ANKARA. Die türkische Polizei hat am frühen Dienstagmorgen in 20 Gefängnissen gewaltsam einen Hungerstreik von mehr als 1 000 Häftlingen beendet. Spezialeinheiten drangen gleichzeitig 04.00 Uhr MEZ in die Haftanstalten ein. In den Gefängnissen in Istanbul und Ankara wurden Schüsse gehört. Zunächst war nicht bekannt, ob es bei der Operation Verletzte gegeben hat. Die Polizei riegelte die Gegend um die Haftanstalten ab und verstärkte die Sicherheitsvorkehrungen in der Nähe von Krankenhäusern.

Seit 61 Tagen hatten etwa 200 Häftlinge die Nahrungsaufnahme verweigert. Sie wurden dabei von 900 anderen Häftlingen mit einem weniger strikten Hungerstreik unterstützt.

Der türkische Justizminister Hikmet Sami sagte, mehr als 20 Häftlinge seien wegen ihrer schlechten Verfassung auf Grund des Hungerstreiks in Krankenhäuser gebracht worden. Mit der Polizeiaktion sollten "Leben gerettet werden".

Die Häftlinge protestieren gegen die Schaffung eines Zellensystems an Stelle der bisherigen Massenquartiere in neuen Gefängnissen. Zudem verlangen sie die Abschaffung der Staatssicherheitsgerichte und der Anti-Terror-Gesetze. Die Häftlinge befürchten, dass sie in den kleinen Zellen isoliert und Übergriffen von Aufsehern ausgesetzt sein könnten.

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