Keine Angaben zu Umsatzerwartungen
Epcos übertrifft Gewinnerwartungen

Der Hersteller passiver Bauelemente Epcos hat im zweiten Quartal 2002/03 den Gewinn stärker als erwartet gesteigert. Trotz des weiter starken Preisdrucks hält der Münchener Konzern am Ziel eines Jahresgewinns fest, verabschiedet sich aber offenbar von dem noch im Februar in Aussicht gestellten moderaten Umsatzwachstum.

Reuters MÜNCHEN. "Angesichts (...) der Situation im Nahen Osten, der SARS-Epidemie und der zu geringen Reformbereitschaft in Deutschland, ist es derzeit nicht möglich, seriös präzise Angaben über die kurzfristige Umsatz- und Ergebnisentwicklung zu machen", erklärte Epcos-Chef Gerhard Pegam am Mittwoch in München. "Dennoch gehe ich davon aus, dass Epcos das Geschäftsjahr 2003 (zum 30. September) mit einem Gewinn abschließen wird." Anzeichen für eine Konjunkturbelebung gebe es derzeit nicht. Der Preisdruck halte weiter an und habe sich in den letzten Wochen sogar verstärkt. Analysten werteten den Ausblick als eher enttäuschend. Die Epcos-Aktie gab am Vormittag 4,6 % auf 13,75 ? ab, während der TecDax ein Minus von 1,88 % verbuchte.

Epcos, Branchenzweiter nach Murata, fertigt rund 40 000 verschiedene passive Bauelemente, die in elektronischen Geräten - vom Kühlschrank bis zum Auto - eingesetzt werden.

Vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbuchte Epcos im Zeitraum Januar bis März einen Gewinn von zehn Mill. ? nach 2,8 Mill. ? im Vorquartal. "Dieser Erfolg ist eindeutig auf unser konsequentes Kosten-Management zurückzuführen", erklärte Pegam. Epcos habe bereits in etwa die Hälfte der für 2003 geplanten Kostensenkungen von 170 Mill. ? realisiert. Von Reuters befragte Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt mit einem Ebit von 3,63 Mill. ? gerechnet.

Epcos, einst im Dax gelistet, hatte 2002 auf eine der schwersten Krisen in der Geschichte der Branche mit dem Abbau von rund 900 Stellen in so genannten Hochlohnländern reagiert. Um weiter zu sparen, sollen nochmals rund Tausend Arbeitsplätze folgen - wenn die Mitarbeiterzahl auch weltweit nicht sinken dürfte. Im Geschäftsjahr 2001/02 war Epcos erstmals in seiner Geschichte in die roten Zahlen gerutscht, hatte aber im abgelaufenen Quartal schon wieder Gewinne erzielt.

"Das Ergebnis war besser als erwartet. Aber ich würde das nicht übergewichten, wir sind nach wie vor nahe an der Null, kommentierte Michael Bahlmann von MM Warburg. "Sie haben die Kosten besser im Griff als ich dachte", sagte Merck Finck-Analyst Theo Kitz. Angesichts der Aussagen wie etwa zu SARS gehe er aber für das Gesamtjahr mittlerweile von einem fallenden Umsatz aus. "Der Ausblick ist enttäuschend. Er ist nicht präzise", sagte WestLB-Analyst Karsten Iltgen. "Die Tatsache, dass der Preisdruck wieder gestiegen ist, ist nicht das, was die Wettbewerber letzte Woche gesagt haben."

Unterm Strich verbuchte Epcos einen Gewinnanstieg auf neun (Vorquartal 0,5) Mill. ?. Der Umsatz ging auf 323 (330) Mill. ? leicht zurück. Eine gute Nachfrage aus den Bereichen Automobil- und Industrieelektronik habe den saisonal bedingten Umsatzeinbruch von 21 % aus dem Segment Telekommunikation nicht kompensieren können. Dies schlug sich insbesondere im Bereich OFW-Komponenten nieder, wo der Umsatz im Quartal um 15 % sank. Beim konzernweiten Auftragseingang musste Epcos einen deutlichen Rückgang auf 311 Mill. ? hinnehmen, nachdem man im Vorquartal noch einen überraschend hohen Wert von 340 Mill. ? erzielt hatte.

Während die Epcos-Bereiche Kondensatoren einen deutlichen operativen Gewinnrückgang hinnehmen mussten, verdoppelten die Sparten OFW-Komponenten und Keramische Bauelemente ihre Ergebnisse in etwa. Das Sorgenkind des Konzerns, die Ferrite, reduzierte den operativen Verlust auf 2,1 Mill. ? nach 5,8 Mill. ? im Vorjahr.

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