Keine Angaben zum Verkaufspreis
Sulzer trennt sich von Turbomaschinengeschäft

Reuters WINTERTHUR. Der Schweizer Technologiekonzern Sulzer hat mit dem Verkauf seines Turbomaschinen-Geschäfts an die deutsche MAN einen ersten Schritt in der Umsetzung seiner Devisititionsstrategie getan. Wie Sulzer am Mittwoch mitteilte, dürfte die Transaktion per Ende Januar 2001 abgeschlossen sein. Zum Verkaufspreis wurden keine Angaben gemacht. In Industriekreisen wurde der Verkaufsbetrag auf rund 200 Mill. sfr geschätzt. Schweizer Analysten bezeichneten den Schritt als positiv, weitere müssten aber folgen. An der schwächeren Schweizer Börse waren Sulzer sechs sfr höher bei 1131 sfr.

Der Bereich Turbomaschinen von Sulzer beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und erzielte gemäss Firmensprecher Daniel Wirz 1999 einen Umsatz von knapp 400 Mill. sfr. Die Sulzer-Einheit wird in die MAN Turbomaschinen AG GHH BORSIG intergriert. Die MAN Turbomaschinen AG erzielte 1999 mit rund 1600 Mitarbeitern einen Umsatz von 360 Mill. Euro und einen Vorsteuergewinn von 15 Mill. sfr.
Mit der Übernahme der Schweizer Gesellschaft wird die deutsche MAN hinter den US-Konzernen General Electric und Dresser-Rand zur Nummer Drei im Industrieturbinen- und Turbokompressoren-Geschäft.

Carla Barella von der Zürcher Kantonalbank erklärte, der Verkauf des Turbomaschinengeschäfts sei positiv. "Aber es ist nur der erste Schritt, und weitere müssen folgen", sagte sie. Zudem dürfte der Verkauf dieses Bereichs relativ einfach gewesen sein, da dieser Bereich im Vergleich zu den anderen Geschäften attraktiv wirke.

Zwei Drittel des bisherigen Umsatzes fallen weg

Mitte September hatte Sulzer angekündigt, das Unternehmen wolle die Bereiche Infra, Textil, Burkhardt, Pumpen und Turbomaschinen abstoßen und sich in Zukunft auf wachstumsstärkere Bereiche (Oberflächentechnologie) konzentrieren. In den fünf abzustoßenden Bereichen mit rund 14 600 Mitarbeitern wird ein Umsatz von rund 3,6 Mrd. sfr erzielt. Dies entspricht rund zwei Drittel des heutigen Sulzer-Umsatzes.

Damals fasste das Management auch einen Zusammenschluss mit der Medizinaltechnik-Tochter Sulzer Medica ins Auge. Dieses Vorhaben scheiterte aber am Widerstand grosser Anleger, die die Kompatibilität der Bereiche Medizinaltechnik und Oberflächentechnologie anzweifelten.

Gemäss Wirz führt Sulzer gegenwärtig Gespräche mit verschiedenen potentiellen Käufern; die Verhandlung über Sulzer Infra seien am intensivsten. Wirz erklärte zudem, Sulzer halte den Fahrplan bislang ein. Früheren Angaben zufolge will die Gruppe bis Ende 2001 die Devestitionen abgeschlossen haben.

Weitere Verkäufe werden als schwierig beurteilt

Barella erklärte weiter, nun müsse sich zeigen, wie Sulzer es schaffe, die mit größeren Problemen behafteten Bereiche Burkhardt, Pumpen und Textil zu verkaufen. Burkhardt schreibe rote Zahlen, das Pumpengeschäft sei volatil und der Textilbereich sei traditonell ein schwieriges Geschäft. Und auch wenn die Verkäufe glücken, sei immer noch unklar wie Sulzer seine zukünftige Strategie im Bereich Oberflächentechnologie umsetzen wolle, sagte sie. Die Bank hält angesichts dieser ungeklärten Fragen die Aktie auf "Untergewichten".

Auch Andres Gujan von der Bank Vontobel zeigte sich vorsichtig gestimmt. Sulzer, so Gujan, dürfte für die geplanten Verkäufe doch eher weniger einnehmen als erwartet, da das Unternehmen unter einem gewissen Zeitdruck stehe. Gujan schätzte denn auch den Preis für das Turbogeschäft auf weniger als 200 Mill. sfr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%