Keine Annäherung erzielt
Fischer beißt bei Blair auf Granit

Der Bundesaußenminister konnte bei seinen Gesprächen mit dem britischen Premierminister keine Einigung in der Irak-Frage erzielen.

dpa LONDON. Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hat in Gesprächen mit dem britischen Premierminister Tony Blair und Außenminister Jack Straw keine Annäherung in der Irak-Politik erzielt. Die "unterschiedlichen Standpunkte" der beiden Länder zu einer neuen UN-Resolution blieben bestehen, sagte Fischer am Dienstag in London der Hörfunkagentur dpa-Rufa. Der Standpunkt der Bundesregierung sei weiter, dass die verabschiedete UN-Resolution 1441 "die Grundlage bleiben" müsse: "Wir arbeiten sehr daran, dass die 1441 umgesetzt wird. Exakt auf dieser Linie sollten wir uns weiter bewegen."

Fischer warnte, ein Krieg würde "unabsehbare Risiken" mit sich bringen, sowohl humanitäre als auch politische. "Wir müssen alles tun, um einen Krieg zu verhindern", forderte er. Auf die Frage eines britischen Reporters, ob ein Krieg gegen den Irak nicht schon lange beschlossene Sache sei, antwortete er: "Wir sollten die Hoffnung nicht aufgeben."

Zu Berichten, wonach sich der irakische Präsident Saddam Hussein weigert, seine Al-Samoud-2-Raketen zu vernichten, sagte Fischer: "Das ist reine Spekulation. Er (Saddam) weiß, was er zu tun hat." Das deutsch-amerikanische Verhältnis bezeichnete Fischer als "schwierig, nicht schrecklich". Das Verhältnis zu Großbritannien sei "ausgezeichnet", trotz der "Meinungsverschiedenheit" in der Irak-Politik: "Wir sind wirkliche Freunde."

Premierminister Blair räumte Saddam Hussein am Dienstag in einer Regierungserklärung eine "weitere letzte Chance" zur Abwendung eines Krieges ein. Dabei könne es aber nicht darum gehen, den Waffeninspekteuren im Irak mehr Zeit zu geben, sagte Blair unter Anspielung auf das von Deutschland unterstützte Memorandum. "Es geht nicht um Zeit, sondern um den Willen zur Abrüstung." Seine Regierung werde in den "nächsten Wochen" daran arbeiten, die Geschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft wieder herzustellen.

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