Keine Anpassungsschwierigkeiten
Guido Buchwald glaubt an eine angenehme WM

Nahrhaftes Essen, gutes Wetter und herzliche Fangesänge: Der ehemalige Japan-Legionär Guido Buchwald prophezeit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eine angenehme Weltmeisterschaft in seiner früheren Wahl-Heimat.

dpa STUTTGART. Der 41-Jährige sieht in der hohen Luftfeuchtigkeit während der japanischen Regenzeit, den drückenden Temperaturen, der fremdartigen Kultur oder den gewöhnungsbedürftigen Speisen kein großes Problem. "Die Spieler werden sich wohl fühlen", glaubt der Weltmeister von 1990. Buchwald muss es wissen. Von 1994 bis 1997 hat er bei den Urawa Red Diamonds in der japanischen J-League seine Brötchen bzw. sein Sushi verdient. "Ich habe das asiatische Essen genossen und vermisse es hier. Gerade für Leistungssportler sind die fettarmen und kohlenhydrathaltigen Nudelsuppen gut geeignet", betont Buchwald. Heinz Imhof, der Chefkoch des deutschen WM-Trosses, werde zwar kaum kulinarische Experimente eingehen, aber "er wird keine Probleme haben, die frischsten Gemüse- und Obstsorten sowie Teigwaren zu bekommen. Man muss eigentlich gar nichts mitnehmen".

Nicht nur lukullisch, auch klimatisch sieht Japan-Kenner Buchwald eine problemlose WM auf die DFB-Kicker zukommen. "Es dürfte keine Akklimatisierungsprobleme geben. Die Luftfeuchtigkeit wird zwar etwas höher sein als in Deutschland und es ist dort auch etwas wärmer, aber die drückende Hitze kommt erst im Juli", prognostiziert der 76-malige Nationalspieler. Und da ist die WM bekanntlich selbst im Falle einer Endspiel-Teilnahme schon vorbei. Dennoch rät Buchwald: "Die Spieler müssen das tun, was der Arzt ihnen sagt. Zum Beispiel viel trinken." Für die körperliche Verfassung sieht der einstige Abwehrrecke also gute Voraussetzungen. Nur das Nervenkostüm könne ab und an ein wenig strapaziert werde. "Die Organisation in Japan kann für Mitteleuropäer manchmal etwas umständlich wirken. Da sollte man Geduld haben. Wenn man dort laut wird, verliert man sein Gesicht. Die Japaner selbst sind sehr bescheiden und zurückhaltend", weiß er. "Wenn Rudi Völler zum Beispiel für sein Training auf einmal noch ein zweites Tor haben will, dann wird zuerst eine Weile herum diskutiert, wie man das am besten hinbekommt. Das dauert dann ein wenig, aber danach läuft es reibungslos."

Vor allem erwartet Buchwald eine tolle Stimmung. "Die Zuschauer in den Stadien haben zwar schon noch ihre Probleme mit der Abseitsregel, weil Fußball dort nicht so eine lange Tradition hat wie bei uns. Aber die Fans sind sehr interessiert. Sie kennen die internationalen Stars aus dem Fernsehen und hofieren Ausländer ohnehin ziemlich", meint der langjährige Profi des VfB Stuttgart, der 1994 als erster aktueller Nationalspieler aus der Bundesliga nach Japan wechselte. "Ich rechne mit einer Super-Atmosphäre während des gesamten Turniers." Die Fangesänge in den Arenen hat er in besonders guter Erinnerung. "Der Frauen-Anteil unter den Fans ist in japanischen Stadien sehr hoch, manchmal sind es 50 bis 60 Prozent. Das hat eine ganz andere Herzlichkeit, wenn man von Frauen angefeuert wird", schwärmt der Schwabe - und fügt lächelnd hinzu: "Allein durch die Stimmlage."

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