Keine ausreichenden Sicherheitvorkehrungen
IOC ist besorgt um die Athen-Spiele

Eineinhalb Jahre vor Eröffnung der Olympischen Spiele in Athen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) erneut Alarm geschlagen. "Wir sind in großer Besorgnis, es ist eine ernste Situation", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge am Freitag zum Abschluss einer zweitägigen Sitzung des Exekutivkomitees in Lausanne. Der Belgier will seine Kritik an der unzureichenden Vorbereitung dem griechischen Präsidenten Kostas Simitis schriftlich mitteilen. Zugleich sagte Rogge: "Die Spiele werden stattfinden. In Frage gestellt ist ihre Qualität."

HB/dpa LAUSANNE. Angesichts eines drohenden Irak-Krieges ist die IOC-Führung besonders beunruhigt darüber, dass die griechischen Organisatoren ihre Sicherheitsvorbereitungen noch nicht ausreichend vorangetrieben haben. Auch ohne einen amerikanischen Waffengang gegen den Irak gelten die Athen-Spiele als höchstes Sicherheitsrisiko der olympischen Geschichte.

Athen will in den Schutz die Rekord-Summe von 600 Millionen Euro investieren. Doch überfällig ist der Vertragsabschluss mit einem internationalen Konsortium, das vor allem für das technische Überwachungsgerät und dessen Einsatz aufkommen soll. Um das Gesamt- Paket im Wert von 450 Millionen Euro bewerben sich das amerikanisch dominierte SAIC und das britische TRS. Aus politischen Gründen möchte die griechische Regierung mit beiden Konsortien abschließen und pokert auch noch um den Preis.

Noch nach seinem Januar-Besuch in Athen hatte Rogge die "außergewöhnlichen Fortschritte" in den Vorbereitungen gelobt. Doch in der Zwischenzeit hat die Krise wieder Oberhand gewonnen. Rogge nannte die letzten sechs Wochen eine "verlorene Zeit", die wegen des ohnehin schon engen Zeitplans kaum noch aufzuholen sei. Der Umbau des Karaiskakis-Stadions sei in großem Verzug. Somit bestünde die Gefahr, "dass in Athen kein olympischer Fußball gespielt werden kann". Acht Sportstätten sind nach IOC-Einschätzung nicht im Zeitplan, es drohten "Wettkämpfe in Provisorien und der Ausfall von Testwettbewerben".

Gesamtkosten schnellten in die Höhe

Die Gesamtkosten schnellten in den letzten Wochen um 800 Millionen auf 5,4 Milliarden Euro in die Höhe. Die Regierung kündigte an, ab sofort alle Ausgaben des olympischen Organisationskomitees (ATHOC) zu kontrollieren. Wieder einmal soll ATHOC-Chefin Gianna Angelopoulos Daskalaki, die am Freitag wortlos Lausanne verließ, mit Rücktritt gedroht haben. Schon vor drei Jahren hatte Rogges Vorgänger Juan Antonio Samaranch Athen eine "Gelbe Karte" gezeigt. Rogge: "Eine Gelbe Karte ist es diesmal nicht. Denn zwei Mal Gelb würde Rot bedeuten."

Zufrieden war das IOC nur mit den vorgelegten Plänen zu einem olympischen Fackellauf der Rekorde. Er soll 19 Millionen Euro kosten, die von Sponsoren abgedeckt werden. Das Feuer wird in 35 Tagen über alle Kontinente transportiert und in allen Gastgeber-Städten Olympischer Spiele Station machen, also auch in Berlin und München. "Sehr zufrieden" war die IOC-Spitze mit den Vorbereitungen Pekings auf die Spiele 2008, ihre Vertreter waren nach Lausanne per Video zugeschaltet. Die Winterspiele 2006 in Turin haben offenbar Finanzierungsprobleme. Rogge will am 26. Februar Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi besuchen und ihn um eine angemessene Unterstützung Turins bitten.

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