Keine Auswirkungen auf Umsätze
Schering verschiebt Start von Krebsmedikament

Der Pharmakonzern wird das Medikament Zevalin erst im zweiten Halbjahr 2003 in den EU-Markt einführen.

rtr BERLIN. Der Berliner Pharmakonzern Schering verschiebt die geplante Markteinführung seines Krebsmedikaments Zevalin in der Europäischen Union (EU) um ein Jahr in das zweite Halbjahr 2003. Grund für die Verzögerung seien technische Fragen, teilte Schering am Montag in Berlin mit. Die spätere Markteinführung habe aber keine Auswirkungen auf die erwarteten Umsätze und Ergebnisse des Pharmakonzerns im laufenden Jahr. Nach früheren Angaben rechnet Schering bei dem Präparat mit einem jährlichen Umsatz von rund 50 Mill. ? in der Spitze. Ein Sprecher nannte als Grund für die verzögerte Markteinführung, dass die europäische Zulassungsbehörde EMEA im Rahmen des Verfahrens noch Nachbesserungen am Herstellungsprozess bei einem Abfüllbetrieb für das Mittel fordere.

Schering hatte ursprünglich damit gerechnet, das Medikament noch in der zweiten Hälfte dieses Jahres auf den Markt zu bringen. "Wir überprüfen derzeit alle Möglichkeiten, diese Therapie so schnell wie möglich für die Patienten zugänglich zu machen", erklärte Joachim-Friedrich Kapp, Leiter der Geschäftseinheit Spezial-Therapeutika bei Schering. Die klinische Wirksamkeit des Mittels stehe zudem nicht in Frage.

Von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA habe Zevalin bereits im Februar 2002 die Marktzulassung erhalten, hieß es weiter. Außerhalb der USA besitzt Schering nach eigenen Angaben die weltweiten Vermarktungs- und Vertriebsrechte an dem Medikament. In den USA hält die IDEC Pharmaceuticals die Rechte an dem Arzneimittel.

Zevalin ist ein Krebsmittel, das auf einem radiomarkierten Antikörper basiert. Durch den Einsatz des Antikörpers kann nach Schering-Angaben die radioaktive Strahlung gezielt an die Tumorzellen gebracht werden. Diese Therapie komme etwa bei Patienten in Frage, bei denen eine herkömmliche Bestrahlung auf Grund der Ausbreitung der Krankheit keine Behandlungsmöglichkeit mehr darstelle. Anwendungsgebiete seien zum Beispiel bestimmte Arten von Lymphomen.

Die Schering-Aktie lag am Montag im Handelsverlauf in einem allgemein schwächeren Marktumfeld für Pharmawerte in Europa mit gut 1,5 % im Minus bei 62,80 ?. Der Dow Jones Health Index für die europäischen Pharmatitel lag gleichzeitig mit knapp 0,7 % im Minus bei 376,47 Punkten.

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