Keine Bedenken
EU-Kommission billigt Stinnes-Übernahme durch Deutsche Bahn

Die Europäische Kommission hat die Übernahme des Speditionsunternehmens Stinnes durch die Deutsche Bahn genehmigt. Nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter führt die Transaktion zu keiner marktbeherrschenden Stellung der Bahn.

dpa BRÜSSEL/BERLIN. Beide Unternehmen seien zwar auf ihren jeweiligen Märkten führend. Weil sich ihre Tätigkeiten aber nur gering überschneiden würden, erhob die Behörde am Dienstag keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Damit hat die Deutsche Bahn bei der angestrebten Komplettübername des Logistikkonzerns Stinnes eine weitere wichtige Hürde genommen. Mit der Übernahme von Stinnes für rund 2,5 Mrd. Euro will die bundeseigene Bahn AG im Güterverkehr zu einem führenden Logistikanbieter aufsteigen. Nach Angaben der Bahn hat auch die kanadische Kartellbehörde die Transaktion gebilligt. Nach der bereits erfolgten Zustimmung durch das Bundesverkehrsministerium seien somit alle in der Angebotsunterlage enthaltenen aufschiebenden Bedingungen erfüllt. Das Übernahmeangebot der Bahn könne nun vollzogen werden.

Die EU-Kommission hatte die entsprechenden Märkte einen Monat lang geprüft. Dabei stellte sie nach eigenen Angaben einen «relativ niedrigen Konzentrationsgrad» fest. Mehrere große Anbieter seien mit umfassenden europäischen Netzen und komplexen Logistikleistungen international tätig. Unternehmen wie die belgische ABX Bahntrans, die deutschen Firmen Dachser, Deutsche Post/Danzas und Kühne & Nagel sowie die dänische DSV/DFDS GEFCO und die französische Geodi/Calbersson machten Stinnes Konkurrenz.

Bahnchef Hartmut Mehdorn erklärte, mit den Entscheidungen der Kartellbehörden bestehe Rechtssicherheit für die bisherigen Stinnes- Aktionäre und die Bahn. Damit sei klar, dass Stinnes in Kürze in den Bahn-Konzern integriert werden könne. Bisher hat die Bahn AG bereits mehr als 75 % der bisherigen E.ON-Tochter Stinnes erworben. Die Bahn hofft, dass nun auch die restlichen außen stehenden Aktionäre ihre Aktien zum Kauf anbieten. Die Frist für das Angebot von 32,75 Euro je Aktie endet am 27. September um 12.00 Uhr. Nach Darstellung der Bahn "dürfte der Anteil der Aktionäre, die das Angebot der Bahn annehmen, in den nächsten Tagen weiter deutlich steigen".

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