Keine Begeisterungsstürme
Borussia-Dortmund-Aktie mit Kursverlusten

Die Aktie des Fußballbundesligisten BVB Borussia Dortmund ist an ihrem ersten Tag im amtlichen Handel an der deutschen Börse gleich in die Abstiegszone gerutscht.

dpa FRANKFURT/MAIN. Am Dienstagabend schloss der Kurs des Papiers bei 10,05 Euro. Damit konnte das erste deutsche Fußball-Wertpapier nicht einmal seinen Ausgabekurs von elf Euro halten. Bundesweit hatte die BVB-Aktie nach der Auftakt-Notierung mit elf Euro nach einer halben Stunde bereits ein Tief von 10,60 Euro erreicht, das sie immer wieder unterschritt. Zeitweise wurde sie unter 10.00 Euro notiert. Bei den meisten Anlegern hatte die Aktie aber keine Begeisterungsstürme ausgelöst.

Der Verein zeigte sich nicht beunruhigt durch den schwachen Handelsbeginn. "Wir machen eine solche Emission nicht für den ersten Tag, sondern für die nächste Jahre", meinte Club-Präsident Gerd Niebaum, nicht unzufrieden mit dem Kursverlauf. "Die Skepsis in Deutschland gegenüber Fußball-Aktien ist noch groß." Zudem sieht Niebaum in den jüngsten negativen Schlagzeilen über den Fußball einen wichtigen Grund für die Schwierigkeiten bei ihrem Börsengang.

13,5 Millionen Aktien ausgegeben

Den Ausgabe-Kurs hatten die Banken um den Konsortialführer Deutsche Bank am Vortag mit elf Euro am unteren Bereich der Angebotspanne angesetzt. Diese lag zwischen elf und 13 Euro. Ein Frankfurter Händler sagte, die Emissionsbanken hätten vermutlich sichergestellt, dass der erste Kurs in Frankfurt nicht unter dem Ausgabepreis gelegen habe: "Das hätte sonst der Deutschen Bank als Konsortialführer ebenso geschadet wie dem Verein."

Insgesamt wurde 13,5 Mill. Aktien ausgegeben. Dazu kommen nochmals 1,5 Mill. so genannter Mehrzuteilungsoptionen. Der Fußball-Club wird durch den Börsengang rund 300 Mill. DM einnehmen, die zu einem großen Teil zur Aufstockung der Besitzanteile am Dortmunder Westfalenstadion, aber auch zur Verstärkung des Profi-Kaders dienen sollen.

Vorbild für den Schritt an die Börse ist Manchester United. Seit der Emission 1991 haben die Aktien des englischen Spitzenclubs um mehr als 1 000 % an Wert gewonnen. "Ausländische Vereine haben es uns vorgemacht", sagte Borussia-Club-Chef Niebaum. Allerdings dümpeln bei den meisten anderen der rund 30 börsennotierten Vereine in Europa die Aktienkurse weit unter dem Startkurs vor sich hin.

Die meisten Aktien bei institutionellen Anlegern

Überraschend hoch war der Anteil der institutionellen Anleger in Europa, nachdem es in den letzten Woche noch die Befürchtungen gegeben hatte, dass gerade dieser Kreis sich zurückhalten werde. 71,7 % der Aktien wurden bei diesen Investoren platziert. Kleinanleger halten ein Viertel der Papiere. An Vereinsmitglieder, Freunde und Familienangehörige gingen nur 3,3 %.

Trotz der Talfahrt des Borussia-Kurses rechnen viele Experten mit weiteren Börsengängen durch Fußball-Clubs. "Das war ein historischer Schritt für die Borussia und den deutschen Fußball", sagte BVB-Präsident Niebaum. "Wir haben die Spur gelegt". Auch Börsenmakler glauben an eine bespielhafte Wirkung. "Die deutschen Spitzenclubs können nicht umhin, in den nächsten Jahren an die Börse zu gehen", sagte ein Händler an der Börse in Frankfurt.

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