Keine Belebung bei Einzelhandelsumsätzen
Konjunkturausblick: Experten erwarten Abschwächung

Es sei gar nicht zu verhindern, dass die US-Konjunkturflaute sich auch auf Deutschland auswirke, sagte ein Analyst. Daher werde sich der Export im Jahresverlauf verlangsamen. Dennoch warnten die Volkswirte vor Übertreibungen: "Es steht keine Rezession vor der Tür", hieß es.

vwd FRANKFURT. Die Konjunkturabschwächung in Deutschland wird sich nach Ansicht von Bankvolkswirten in den neuen Konjunkturdaten für Deutschland widerspiegeln, die in der nächsten Woche zur Veröffentlichung anstehen. Dennoch warnten die Volkswirte die Märkte vor Übertreibungen: "Es steht keine Rezession vor der Tür", hieß es. Zwar werde die Industrieproduktion im Februar mit 0,4 % im Vergeich zum Vormonat ein leichtes Plus verzeichnen, sagte Michael Holstein von der DG Bank. Dies sei jedoch hauptsächlich auf den Abbau des Auftragsbestandes zurückzuführen. Die Jahresveränderungsrate werde zudem auf 4,5 % (Januar: 7,3 %) zurückgehen, prognostizierte Holstein.

Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen sieht im Gegensatz zu Holstein im Februar kaum noch maßgebliche Effekte aus dem Abbau von Orderbeständen auf die Produktion. Er erwartet dementsprechend ein Minus der Industrieproduktion im Monatsvergleich von 1,5 %. Dies sei jedoch hauptsächlich als Gegenbewegung zum starken Zuwachs der Produktion im Januar zu sehen, unterstrich er: "Eine wirkliche Beschleunigung wird es nicht geben". Zur Begründung verwies er auf die deutlich verschlechterte Beurteilung der Geschäftslage sowie der Geschäftserwartungen im ifo-Index. "Die Abschwächung wird sich in der Industrieproduktion deutlich zeigen", so Solveen weiter. Mit einer Trendwende sei hier frühestens zur Jahresmitte zu rechnen, fügte er hinzu. Zuvor müssten jedoch die Frühindikatoren wie beispielsweise die ifo-Erwartungen drehen. Die Konjunktur werde schwächer. Es sei gar nicht zu verhindern, dass die US-Konjunkturflaute sich auch auf Deutschland auswirke, sagte Holstein.

Export wird sich verlangsamen

Für die am Mittwoch zur Bekanntgabe anstehende Handelsbilanz gehen die Ökonomen von einem Überschuss aus. Holstein erwartet, dass sich der Überschuss im Februar von 11 auf 8,7 Mrd. DM erhöhen wird. Der Export laufe noch recht gut, jedoch werde im Jahresverlauf eine Verlangsamung kommen, erläuterte er. Auch Solveen betonte, die dynamische Aufwärtsbewegung beim Export sei auf Grund der US-Konjunkturschwäche und dem Eurokurs zum Stillstand gekommen. Er gehe daher schon im Februar von einer Verkleinerung des Überschusses auf 8,0 Mrd. DM aus.

Keine Belebung bei Einzelhandelsumsätzen

Bei den Einzelhandelsumsätzen im Februar sehen die Volkswirte ebenfalls keine Belebung. "Im Grunde unverändert zum Vormonat", sagte Solveen mit Blick auf die Februar-Entwicklung. Dies bedeute im Vorjahresvergleich ein Minus von 4,0 %. Solveen begründete seine Prognose mit dem verschlechterten Geschäftsklima im Einzelhandel und dem "schlechten" privaten Konsum, auf den die Steuerreform noch nicht durchgeschlagen habe. Für den weiteren Verlauf gehe er davon aus, dass die Steuerreform durchaus positive Effekte auf den Konsum bringen werde. Holstein stimmte grundsätzlich mit Solveen überein, erwartet für Februar aber dennoch ein Plus der Einzelhandelsumsätze von 0,3 %

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