Keine Bestätigung durch Staatsanwaltschaft
Offenbar Geständnis in Kölner Müll-Affäre

In der Korruptionsaffäre um den Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage hat ein früherer Manager offenbar ausgepackt.

WiWo/ap KÖLN. Nach einer Meldung der Zeitung "Kölnische Rundschau" vom Freitag soll der in Untersuchungshaft sitzende frühere Geschäftsführer der Kölner Abfallverwertungsgesellschaft, Ulrich Eisermann, gegenüber der Staatsanwaltschaft ein umfassendes Geständnis abgelegt haben. Regine Appenrodt von der zuständigen Staatsanwaltschaft wollte das gegenüber AP weder bestätigen, noch dementieren.

"Wir sagen zu dem Komplex derzeit nichts, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden", sagte Appenrodt. Nach ihren Worten gilt diese Auskunftssperre für die nächsten ein bis zwei Wochen. Sie betreffe die Müll- und die damit verbundene Spendenaffäre der Kölner Sozialdemokraten, betonte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde. Die Zeitung hatte unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise gemeldet, Eisermann habe detailliert über Herkunft und Empfänger der so genannten "Dankeschön-Spenden" berichtet. Der 57-Jährige gilt als Schlüsselfigur in der Müll-Affäre.

Die Spenden sollen nach dem Bau der 800 Mill. Mark teuren Müllverbrennungsanlage von beteiligten Firmen an die SPD geflossen sein. Laut einer Liste des SPD-Funktionärs Norbert Rüther sollen 14 Einzelspender in den Jahren 1994 bis 1999 insgesamt 424 000 Euro (damals 830 000 Mark) verdeckt an die Kölner SPD gegeben haben. Allein 320 000 Mark sollen von dem Anlagenbauer Steinmüller stammen, 200 000 Mark von dem Müll-Großunternehmer Trienekens. Eisermann spielte demnach eine wichtige Rolle als Vermittler von Zahlungen. Die AVG hat die Müllverbrennungsanlage gebaut und betreibt sie. Die Anlage gehört der Stadt Köln und zu über 49 Prozent dem Entsorger Trienekens. Eisermann soll den Ermittlungen zufolge vom Manager des Gummersbacher Unternehmens Steinmüller, Sigfrid Michelfelder, Millionenbeträge als Schmiergelder kassiert haben.

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