Keine Beteiligung der Länder
Transrapid kommt wohl im Doppelpack

Die Chancen für die beiden ersten in Deutschland geplanten Transrapid-Strecken im Ruhrgebiet und in München sind gestiegen. Zwei Studien im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums seien zu dem Ergebnis gekommen, dass beide Trassen technisch und wirtschaftlich machbar seien, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus mit den Projekten vertrauten Kreisen.

Reuters BERLIN. Die Kosten für die Strecken sollen im Rahmen der bereits in Vorstudien genannten Summen bleiben. Die Trasse zwischen der Münchner Innenstadt und dem Flughafen sollte danach 1,6 Mrd. ? kosten, die Strecke Düsseldorf-Dortmund etwa 3,7 Mrd. ?.

Der Bund erwartet für eine Umsetzung eine Beteiligung der Länder an den Ausgaben. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte, die Studien würden geprüft und anschließend politisch bewertet. Erst danach werde eine Entscheidung fallen. Nach Angaben aus den Kreisen sollen die Studien am Freitag Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) überreicht werden.

Die erste kommerzielle Transrapid-Strecke wird von einem Konsortium aus den Konzernen Siemens und Thyssen-Krupp derzeit in China gebaut. Die rund 30 Kilometer lange Trasse soll ab 2003 Schanghai mit seinem Flughafen verbinden. Nachdem in Deutschland die Strecke Berlin-Hamburg unter anderem wegen des Widerstandes der Deutschen Bahn verworfen worden waren, hatte der Bund Machbarkeitsstudien für das Ruhrgebiet und München in Auftrag gegeben.

Aus dem gescheiterten Projekt stehen für die ersten deutschen Transrapid-Strecken rund 2,3 Mrd. ? bereit. Am Betrieb beider Strecken ist diesmal die Deutsche Bahn interessiert. Die 78-Kilometer-Strecke von Düsseldorf nach Dortmund soll bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertig gestellt sein. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hatte sich in der Vergangenheit vehement für den Bau der Trasse in seinem Land eingesetzt und dabei auch eine finanzielle Beteiligung in Aussicht gestellt. Anders als bei der gescheiterten Fernstrecke Hamburg-Berlin kann Nordrhein-Westfalen für die Strecke auch so genannte Regionalisierungsmittel für den Nahverkehr verwenden. Hier stellt der Bund den Ländern Geld für die Bestellung von Regionalzügen etwa bei der Deutschen Bahn zur Verfügung. Der Transrapid soll trotz fünf Zwischenstopps die Strecke von Düsseldorf nach Dortmund in weniger als 40 Minuten zurücklegen.

Es wird geschätzt, dass etwa 30 Mill. Menschen pro Jahr dort die Schwebebahn nutzen könnten. Die Strecke München-Flughafen ist 37 Kilometer lang und soll die Fahrtzeit auf zehn Minuten verkürzen. Pro Jahr wird dort mit etwa 6,5 Mill. Passagieren gerechnet. Obwohl die Strecke sehr kurz ist, kann sie nach Angaben aus den Kreisen wirtschaftlich betrieben werden, da Flughafen-Gäste bereit seien, einen relativ hohen Preis zu zahlen. Bayern könnte durch die Kanzlerkanditatur von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zudem zusätzlich unter Druck geraten, die Strecke mitzufinanzieren. Stoiber wolle sich schließlich als wirtschaftsfreundlicher Kandidat präsentieren, hieß es.

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