Keine Bierpreiserhöhung
Brau und Brunnen weiter tief im Minus

Der Getränkekonzern Brau und Brunnen ist noch tiefer ins Minus gespült worden. Der Jahresfehlbetrag des Konzerns wuchs im Vergleich zu 1999 um knapp 22 % auf minus 105,8 Mill. DM, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Dortmund mit.

dpa-afx DORTMUND. Nur mit alkoholfreien Getränken wie den Zugpferden Apollinaris und Schweppes machte Brau und Brunnen Gewinne. Obwohl der Konzern mit 368 Mill. DM Schulden alles andere als flüssig ist und das Jahr 2001 mit dem Ergebnis von minus 38,9 Mill. DM im ersten Quartal nicht berauschend begann, glaubt der seit Februar amtierende Vorstandsvorsitzende Michael Hollmann an eine erfolgreiche Sanierung.

In spätestens zwei Jahren soll der Konzern schwarze Zahlen schreiben. "Dass sich die Hypo-Vereinsbank dann von ihren Anteilen trennt, da bin ich gar nicht sicher", sagte Hollmann. Bei einem Verkauf käme dagegen ein internationaler Getränkekonzern wie Heineken oder Karlsberg in Frage, hatte Hollmann noch im Mai gesagt.

Vorerst jedoch sank die Eigenkapitalquote von 10,7 auf 2,5 %, und liegt jetzt bei 32 Mill. DM liegt. Der Umsatz ging um knapp 7 % auf 1,381 Mrd. DM zurück, der Bierabsatz sank um 6 % auf 7,1 Millionen Hektoliter. Eine Verteuerung beim Bier sei dringend nötig, es werde jedoch keine Preiserhöhung im Alleingang geben. Nur das "Berliner Pilsner", laut Hollmann "eine Marke mit einem Wahnsinns-Potenzial, die sich sehr positiv entwickelt", werde in diesem Jahr teurer.

Zum Schuldenabbau sollen in diesem Jahr alle nicht für den Betrieb benötigten Immobilien verkauft werden. Die Personalkosten sollen bis 2003 um ein Fünftel sinken, weitere Wertberichtigungen vermieden werden. Auch im Management werde es weitere Änderungen geben. Standortschließungen seien für die Zukunft nicht auszuschließen. Auf dem Prüfstand stehe vor allem die Brauerei Iserlohn mit dem "Iserlohn Pilsener". Bei einem Verkauf sollen aber Marke und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Investiert werden soll vor allem in die Marken Jever, Apollinaris und Schweppes.

Zum Brau und Brunnen-Konzern zählen acht Braustandorte und vier Produktionsstätten für nicht-alkoholische Getränke. Zum Biersortiment zählen unter anderem auch die Dortmunder Marken Union, Brinkhoff's Ritter sowie am Rhein die Aktmarke Schlösser und die Kölschsorten Gilden, Sion oder Küppers. In Berlin sind es noch Schultheiss, in Frankfurt/Oder das Frankfurter Pilsener. In Leipzig wird das Sternburg Pilsener gebraut.

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