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Keine deutschen Katastrophenhelfer in die USA

Deutsche Rettungsdienste werden keine Helfer in die Vereinigten Staaten schicke. Man will sich in Deutschland um Auswirkungen der Attentate kümmern - und vor allem psychologisch helfen.

Reuters BERLIN. Die großen deutschen Rettungsdienste werden keine Hilfstrupps zur Bergung und Versorgung der Terroropfer in die USA entsenden. Dies hätten die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der Malteser Hilfsdienst (MHD) und die Caritas am Mittwoch in einer Telefonkonferenz beschlossen, teilten Sprecher der Hilfsorganisationen mit. Vielmehr wollten sich die Hilfswerke auf die Auswirkungen der Attentate in Deutschland konzentrieren und dort Angehörigen von Anschlagsopfern psychologisch beistehen.

"Es ist davon auszugehen, das die USA selber in der Lage sind und genug Möglichkeiten haben, die Versorgung zu bewältigen", sagte ASB-Sprecherin Dorothee Mennicken der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Entsendung von Suchtrupps in die USA sei daher sinnlos. Auch aus technischen Gründen seien Hilfeleistungen kaum möglich. "Alle Flüge sind gestoppt", sagte Christoph Ernesti von den Johannitern. "Und wir wissen aus Erfahrung, Hilfe für Verschüttete muss innerhalb von etwa 48 Stunden kommen. Alles andere sind Wunder, die es allerdings aber auch immer wieder gibt".

Das DRK bot den USA 4000 Blutkonserven zur Versorgung von Verletzten an. Ein DRK-Sprecher sagte, das Rote Kreuz in den USA habe das Angebot bislang nicht angenommen, weil es genügend eigene Reserven habe. In der Vergangenheit hätten US-Partnerorganisationen keine Blutspenden aus Europa wegen der hiesigen Verbreitung der Rinderseuche BSE angenommen. BSE steht im Verdacht, beim Menschen eine Variante der tödlichen Creutzfeld-Jakob-Krankheit auszulösen.

Angehörige in Deutschland bangten um Familienmitglieder, da auch deutsche Firmen Büros in dem zusammengestürzten World Trade Center gehabt hätten, sagte Norbert Saupp vom MHD. Viele hätten noch keine Nachricht von ihren Angehörigen in den USA. "Wir konzentrieren uns daher auf die psychosoziale Betreuung der Familienangehörigen in Deutschland." Schon am Mittwoch würden Psychologen und Seelsorger den Opferangehörigen zur Verfügung stehen.

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