Keine Dividende für 2001
Consors rutscht tief in die roten Zahlen

Der zum Verkauf stehende Online-Broker Consors hat im Geschäftsjahr 2001 einen Vorsteuerverlust von 212,8 Millionen Euro erlitten.

Reuters FRANKFURT. Auch im Ausland wolle Consors in absehbarer Zeit profitabel werden, teilte der im Auswahlindex im Nemax 50 gelistete Broker am Mittwoch in seinem Geschäftsbericht mit.

2001 belief sich den Angaben zufolge der Vorsteuerverlust im Konzern auf 212,8 Millionen Euro nach einem Gewinn von 28,3 Millionen Euro im Vorjahr. Der Vorsteuerverlust entspricht rund einem Drittel des Consors-Marktwertes von rund 677,5 Millionen Euro. Bereits vor einigen Tagen hatte der Broker einen Jahresfehlbetrag von 125,5 Millionen Euro nach einem Vorjahresgewinn von 16,97 Millionen Euro gemeldet. Consors steht mehrheitlich zum Verkauf, seit die Muttergesellschaft, die Hofer Schmidt-Bank, Ende vergangenen Jahres in Schwierigkeiten geriet und von einem Bankenkonsortium übernommen wurde. Der neue Chef der Schmidt-Bank, Paul Wieandt, hat angekündigt, Consors bis Ende des Monats verkaufen zu wollen.

Consors erwartet Erholung der Kapitalmärkte

2001 sei auf Grund der schwachen Aktienmärkte das schwierigste Jahr der Unternehmensgeschichte gewesen, teilte Consors weiter mit. Für 2002 sei allerdings mit einer moderaten Erholung der Kapitalmärkte zu rechnen.

"Natürlich kann ich mit den Geschäftszahlen 2001 nicht zufrieden sein", sagte Consors-Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt in dem Geschäftsbericht. Der Konjunktureinbruch habe zum ersten Mal seit dem Consors-Börsengang zu einem Verlust geführt. Eine Senkung der Kosten bei einer gleichzeitigen leichten Verbesserung der Märkte werde die Bank jedoch wieder profitabel machen. "Wir haben in einem straffen Prozess unsere Kostenbasis auf ein Niveau gesenkt, welches die AG bei einem leicht verbesserten Börsenumfeld bereits 2002 in den Bereich schwarzer Zahlen bringen wird", teilte Schmidt mit.

Hinsichtlich der Auslandstöchter berichtete Schmidt, Consors wolle auch im Ausland "in absehbarer Zeit" profitabel werden. "In Frankreich und Spanien haben wir eine Größenordnung erreicht, die die Gewinnschwelle in diesem Jahr in greifbare Nähe rücken lässt. In Italien und der Schweiz werden wir die gegenwärtige Kundenbasis erweitern, um die Ziellinie der Profitabilität mittelfristig zu überschreiten", teilte Schmidt mit.

58 000 Neukunden erwartet

Insgesamt rechne Consors für das laufende Jahr konzernweit mit netto 58 000 Neukunden. Der Provisonsüberschuss ging 2001 auf 125,5 (228,96) Millionen Euro zurück.

Gebote für Consors haben nach eigenen Angaben bislang die französischen Häuser BNP Paribas und Societé Générale abgegeben. Auch die Commerzbank, die mehrheitlich am Consors-Konkurrenten Comdirect beteiligt ist, ist im Rennen um die Übernahme der zum Verkauf stehenden Consors-Anteile.

Die Consors-Aktie notierte am Mittwoch im frühen Handel mit 1,42 Prozent im Minus bei 13,89 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%