Keine Dividende für 2002
VA Tech rutscht in die roten Zahlen

Der Anlagenbauer VA Technologie AG hat nach vorläufigen Zahlen 2002 das angekündigte Betriebsergebnis erreicht. Die zuletzt verlustreiche Sparte Metallurgie ist laut VA Tech auf Turnaround-Kurs, während die Wassertechnik Verluste einfährt. Auf das Ergebnis nach Steuern hat zudem die Abschreibung der Beteiligung an der Babcock Borsig Power voll durchgeschlagen.

Reuters WIEN. VA Tech weist deshalb 2002 einen Jahresfehlbetrag von 93 Millionen Euro aus, nach einem Überschuss von 32 Millionen Euro im Vorjahr.

Dividende für die Aktionäre dürfte es wegen des Verlustes nicht geben, bekräftigte die VA Tech am Dienstag. Offiziell gebe es keinen Beschluss, sagte ein VA Tech-Sprecher. "Wir gehen aber davon aus, dass es heuer keine Dividende geben wird", sagte er.

VA Tech-Vorstandsvorsitzender Erich Becker hatte bereits im November angedeutet, "dass angesichts der Zahlen eine Dividende nicht sinnvoll ist". Für 2001 waren 0,50 Euro ausgeschüttet worden. An der Wiener Börse notierten VA Tech zuletzt mit 14,60 (14,50) Euro in einem leichteren Umfeld fester. Seit Jänner liegt die Aktie aber knapp sechs Prozent im Minus. Der ATX hat seither knapp ein Prozent verloren.

VA Tech gehören aber unzweifelhaft zu den großen Verlierern der letzten Jahre. Sie waren mit minus 37,22 Prozent eine der schlechtesten ATX-Aktien im Jahr 2002. Schon 2001 und 2000 hatte die Aktie verloren.

VA Tech hat nach vorläufigen Zahlen 2002 bei einem Umsatz von 3872 (3999) Millionen Euro ein Betriebsergebnis (Ebit) von 83 (83,0) Millionen Euro erreicht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (EbitA) wurde mit 129 (146) Millionen Euro angegeben. Analysten hatten das Ebit im Durchschnitt auf 80 Millionen Euro geschätzt. Die oben in Klammer angeführten Zahlen sind die für das Jahr 2001 berichteten Werte. Die VA Tech hat aber für das Jahr 2001 bereinigte Zahlen vorgelegt, die die eingestellten Bereiche VA Tech TMS sowie den Verkaufserlös aus der MCE und den Buchgewinn aus dem Verkauf von voestalpine-Aktien berücksichtigen. Bereinigt ergeben sich für 2001 demnach ein Ebit von sieben Millionen Euro und ein Jahresfehlbetrag von 113 Millionen Euro.

Die Wirtschaftslage sei von vielen Unsicherheiten geprägt gewesen. Impulse habe es für die VA Tech im Wesentlichen nur aus Asien gegeben. Der Heimmarkt Europa habe sich indes als stabil erwiesen. Im Auftragseingang und-bestand spiegle sich zum einen die Konjunkturschwäche, andererseits habe man bei der Annahme von Aufträgen auf die Ergebnisqualität geachtet, teilte VA Tech mit.

Der Auftragseingang habe sich auf 4,125 (4,349) Milliarden Euro, der Auftragsbestand auf 3,961 (4,314) Milliarden Euro verringert. Die letzten zwei genannten Vergleichszahlen sind bereinigte Werte, beinhalten also nicht mehr VA TMS und MCE. Detaillierte Zahlen zu den einzelnen Divisionen werden von VA Tech am 26. März veröffentlicht. Die Metallurgie habe aber den Turnaround erfolgreich geschafft, so die VA Tech.

"Auch der Bereich Metallurgie erzielte nach weitgehend abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen wieder einen positiven operativen Ergebnisbeitrag. Im Zuge der erfolgten Kapazitätsanpassung wurden Eigenkosten massiv gesenkt und die Produktivität verbessert. Der Turnaround-Kurs wird plangemäß fortgesetzt", heißt es in der Aussendung.

Die Unternehmensbereiche "Hydraulische Energieerzeugung", Energieübertragung und-verteilung sowie Infrastruktur zeigten eine solide Geschäftsentwicklung mit gestiegenem operativen Ergebnis. Das Sorgenkind ist derzeit die Wassertechnik, die von der schwierigen konjunkturellen Situation betroffen sei. Besonders in Österreich und Deutschland wirke sich der Marktrückgang im kommunalen Geschäft durch verzögerte Auftragsvergaben aus. Das operative Ergebnis war daher deutlich negativ. Becker hatte im November den erwarteten operativen Verlust mit 40 Millionen Euro beziffert.

Der Finanzergebnis 2002 von VA Tech mit minus 174 Millionen Euro angegeben. Der vergleichbare Wert 2001 war 116 Millionen Euro. Im Geschäftsbericht 2001 waren minus 42 Millionen Euro ausgewiesen worden, darin sind aber 77 Millionen Euro aus dem Verkauf von voestalpine-Aktien enthalten. Im Finanzergebnis 2002 sind zudem Buchverluste von 44,4 Millionen Euro für die 10-Prozent-Beteiligung Babcock enthalten. Es sei auch gelungen, die Nettoverschuldung nicht nur zu reduzieren, sondern in eine positive Netto-Liquiditätssituation zu bringen, so die VA Tech ohne nähere Angaben. Per Ende September hatte die VA Tech eine Nettoverschuldung von zwölf Prozent ausgewiesen.

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